Die 7 besten Regionen der Serengeti für Tierbeobachtung – je nach Jahreszeit

Welche Region der Serengeti ist die beste?
Die beste Region der Serengeti hängt von der Jahreszeit und den gewünschten Tierbeobachtungen ab. Von Dezember bis März ist die südliche Serengeti rund um Ndutu besonders interessant für die Kalbungszeit und Raubtiere. Seronera bietet das ganze Jahr über gute Chancen auf Löwen und Leoparden. Zwischen Mai und Juli ist der Western Corridor für die Große Migration interessant, während von Juli bis Oktober die nördliche Serengeti die besten Chancen auf Überquerungen des Mara-Flusses bietet.
Wer Geparden, weite Landschaften und weniger Fahrzeuge sucht, sollte dagegen die östliche Serengeti in Betracht ziehen. Die privaten Grumeti-Reservate sind vor allem für Reisende geeignet, die ein exklusiveres Safarierlebnis suchen.
Eine gute Tansania-Safari sollte deshalb nicht nur nach bekannten Nationalparks geplant werden. Entscheidend ist, zur richtigen Jahreszeit in der passenden Region der Serengeti zu sein.
Die Serengeti ist nicht einfach ein einziger Nationalpark, in dem überall zur gleichen Zeit dieselben Tiere zu sehen sind. Sie besteht aus sehr unterschiedlichen Landschaften: weiten Kurzgrasebenen im Süden, bewaldeten Flusstälern im Westen, felsigen Kopjes in der Zentralserengeti und hügeligen Savannen entlang des Mara-Flusses im Norden.
Welche Region für eine Safari am besten geeignet ist, hängt deshalb stark von der Jahreszeit ab. Wer im Februar nach Kogatende fährt, wird dort eine völlig andere Serengeti erleben als ein Reisender, der zur gleichen Zeit in Ndutu unterwegs ist. Und wer ausschließlich der Großen Migration hinterherfährt, übersieht leicht, daß viele der besten Tierbeobachtungen von der Wanderung der Gnus vollkommen unabhängig sind.
Die zentrale Serengeti rund um Seronera besitzt beispielsweise das ganze Jahr über große Bestände an Löwen, Leoparden und anderen Tieren. In den östlichen Ebenen leben zahlreiche Geparden. Die privaten Grumeti-Reservate bieten Exklusivität und zusätzliche Safariaktivitäten, während Loliondo und andere Randgebiete Reisende ansprechen, die vor allem Ruhe und weite Landschaften suchen.
Welche Region wirklich die beste ist, hängt also davon ab, wann Ihr reist, welche Tiere Ihr sehen möchtet und wie wichtig Euch Fotografie, Abgeschiedenheit oder die Große Migration sind.
Die besten Regionen der Serengeti im Überblick
| Rang | Region | Beste Reisezeit | Besonderheit | Mindestaufenthalt |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Südliche Serengeti und Ndutu | Dezember–März | Kalbungszeit, Raubtiere und Fotografie | 3 Nächte |
| 2 | Seronera und Zentralserengeti | Ganzjährig | Löwen, Leoparden und andere große Raubkatzen | 2–3 Nächte |
| 3 | Western Corridor | Mai–Juli | Migration und Grumeti-Fluß | 2–3 Nächte |
| 4 | Nördliche Serengeti | Juli–Oktober | Mara-Fluß und mögliche Crossings | 3–4 Nächte |
| 5 | Östliche Serengeti | November–März | Geparden, offene Ebenen und wenige Fahrzeuge | 3 Nächte |
| 6 | Grumeti Reservat | Mai–Oktober | Exklusivität und zusätzliche Aktivitäten | 3 Nächte |
| 7 | Loliondo und Randgebiete | Dezember–März und Juni–Oktober | Abgeschiedenheit und wenig befahrene Routen | 2–3 Nächte |

1. Südliche Serengeti und Ndutu

Zwischen Dezember und März verwandeln sich die mit frischem Gras bewachsenen Ebenen der südlichen Serengeti und der angrenzenden Ndutu-Region in einen der besten Hotspots für Tierbeobachtungen in Ostafrika.
Die Große Migration ist jetzt im Süden angekommen. Gnus, Zebras und Gazellen leben auf engstem Raum zusammen. Zwischen Januar und Februar findet die synchronisierte Geburt Tausender Gnukälber statt. Auf diesen jährlichen Überfluß haben Löwen, Geparden, Hyänen und Schakale nur gewartet.
Ndutu ist für uns die beste Region der Serengeti für Reisende, die Tierverhalten beobachten und fotografieren möchten. Die dramatischen Jagdszenen sind spektakulär, aber mindestens ebenso interessant sind die vielen kleinen Geschichten: ein wenige Stunden altes Kalb, das zum ersten Mal aufsteht, eine Löwin, die sich langsam durch das Gras bewegt, oder ein Gepard, der von einem Termitenhügel aus die Ebene absucht.
Beste Reisezeit
Von Mitte Dezember bis Ende März. Die eigentliche Kalbungszeit erreicht gewöhnlich zwischen Ende Januar und Februar ihren Höhepunkt.
Die genaue Bewegung der Herden wird vom Regen bestimmt. Kommt der Regen früher oder später, verschiebt sich auch die Ankunft der Tiere. Die Migration besitzt schließlich keinen Kalender und hält sich leider nicht an unsere Reisepläne.
Wichtigste Tierbeobachtungen
- Große Herden von Gnus und Zebras
- Gnukälber während der Geburtszeit
- Löwen
- Geparden
- Leoparden
- Hyänen und Schakale
- Elefanten rund um den Lake Ndutu
- Große Bestände an Gazellen und anderen Antilopen
Besucheraufkommen
Mittel bis hoch. Während der Kalbungszeit zieht Ndutu viele Besucher und Fotografen an. Das Gebiet ist jedoch weitläufig, und ein erfahrener Guide kann häufig ruhigere Plätze abseits der größten Fahrzeugansammlungen finden.
Die Wahl der Unterkunft ist dabei entscheidend. Ein strategisch gelegenes mobiles Camp spart lange Anfahrten und ermöglicht es, bereits früh am Morgen mitten im Geschehen zu sein.
Eignung für Fotografie
Sehr hoch. Das offene Gelände, die niedrige Vegetation, der dramatische Himmel der grünen Jahreszeit und die hohe Konzentration an Raubtieren machen Ndutu zu einem der besten Fotoreviere Tansanias.
Im Gegensatz zum Serengeti-Nationalpark darf in Teilen des Ngorongoro-Schutzgebietes abseits der ausgewiesenen Pisten gefahren werden. Dadurch können sich je nach Standort bessere Perspektiven ergeben.
Mindestaufenthalt
Mindestens drei Nächte. Für eine intensive Fotosafari würden wir vier oder fünf Nächte empfehlen. Mit nur zwei Nächten hängt zu viel vom Glück eines einzelnen Tages ab.
Für wen geeignet?
Für Tierfotografen, Wiederholungsreisende, Liebhaber großer Raubkatzen und Reisende, die weniger an einer klassischen Liste von Tierarten als an Verhalten und Interaktionen interessiert sind.
Vorteile
- Spektakuläre Kalbungszeit
- Hervorragende Chancen auf Raubtiere
- Offene Landschaft und ausgezeichnete Fotobedingungen
- Große Tierkonzentrationen
- Besonders schöne grüne Landschaft
Nachteile
- Nur während weniger Monate wirklich optimal
- In der Hochphase relativ viele Fahrzeuge
- Regen und schlammige Pisten möglich
- Lage der Herden niemals vollständig vorhersehbar
Tansania Safari zur Beobachtung der Gnukalbung in der Serengeti
Serengeti Ndutu-Kälbung-Safari
Diese Reise verbringt verbindet die Kalbungszeit mit dem Ngorongoro-Krater, einem Aufenthalt im Gebiet von Seronera und dem Lake Manyara.
2. Seronera und die Zentralserengeti

Seronera ist das klassische Herz der Serengeti. Hier treffen offene Savannen, Akazienwälder, Flüsse und felsige Kopjes aufeinander. Diese landschaftliche Vielfalt sorgt dafür, daß die Zentralserengeti das ganze Jahr über eine außergewöhnlich hohe Tierdichte besitzt.
Die Große Migration durchquert die Region gewöhnlich im April und Mai und erneut auf ihrem Rückweg in Richtung Süden. Aber Seronera ist keinesfalls nur eine Zwischenstation der wandernden Herden.
Viele Löwenrudel, Leoparden und andere Tiere leben dauerhaft in der Region. Vor allem Leoparden werden häufig entlang der bewaldeten Flußläufe beobachtet. Löwen nutzen die Kopjes als Aussichtspunkte und Ruheplätze.
Wer zum ersten Mal in die Serengeti reist und eine möglichst große Vielfalt an Tieren sehen möchte, ist in Seronera grundsätzlich gut aufgehoben.
Beste Reisezeit
Ganzjährig. Für besonders gute allgemeine Tierbeobachtungen eignen sich Juni bis Oktober. Im April und Mai kann die Migration durch die Zentralserengeti ziehen. Die grüne Jahreszeit von November bis März bietet schöne Landschaften und häufig bessere Lichtverhältnisse.
Wichtigste Tierbeobachtungen
- Löwen
- Leoparden
- Geparden
- Elefanten
- Büffel
- Giraffen
- Flusspferde
- Hyänen
- Zahlreiche Antilopen- und Vogelarten
Besucheraufkommen
Hoch. Seronera ist die am einfachsten erreichbare und am stärksten besuchte Region der Serengeti. Rund um bekannte Sichtungen können sich schnell viele Fahrzeuge sammeln.
Wer hier gute Tierbeobachtungen ohne Menschenmassen erleben möchte, sollte sehr früh aufbrechen, mehrere Nächte bleiben und nicht jeder Meldung aus dem Safarifunk hinterherfahren. Weitere Hinweise findet Ihr in unserem Artikel Tansania Safari ohne Menschenmassen.
Eignung für Fotografie
Sehr hoch, besonders für große Raubkatzen. Die Vielfalt der Landschaften ermöglicht sehr unterschiedliche Bilder. Wegen der vielen Fahrzeuge braucht man allerdings einen Guide, der Geduld besitzt und nicht bei jeder Sichtung dort stehenbleibt, wo bereits zwanzig andere Jeeps warten.
Mindestaufenthalt
Zwei bis drei Nächte. Fotografen sollten mindestens drei Nächte einplanen.
Für wen geeignet?
Für Erstreisende, Großkatzenliebhaber und Reisende, die in begrenzter Zeit möglichst viele unterschiedliche Tiere beobachten möchten.
Vorteile
- Ganzjährig gute Tierbeobachtungen
- Hohe Dichte an großen Raubkatzen
- Unterschiedliche Landschaften und Lebensräume
- Große Auswahl an Camps und Lodges
- Gute Verbindung zum Süden, Westen und Norden der Serengeti
Nachteile
- Hohe Besucherzahlen
- Fahrzeugansammlungen an bekannten Sichtungen
- Weniger Gefühl von Abgeschiedenheit
- Einige Unterkünfte liegen in stark frequentierten Gebieten
Passende Natouralist-Reise
Intensive Serengeti-Fotosafari: Crossings über den Mara-Fluss
Diese Reise verbindet mehrere Tage in Seronera mit der nördlichen Serengeti. Dadurch erlebt Ihr sowohl die ganzjährig guten Raubkatzenbeobachtungen der Zentralserengeti als auch die mögliche Migration am Mara-Fluß.
3. Western Corridor
Der westliche Korridor erstreckt sich in Richtung Viktoriasee und wird von den Flüssen Grumeti und Mbalageti geprägt. Galeriewälder, offene Ebenen und bewaldete Flußufer geben diesem Teil der Serengeti ein völlig anderes Gesicht als den trockeneren Ebenen im Süden.

Zwischen Mai und Juli ziehen die großen Gnuherden gewöhnlich durch den Westen. Dabei müssen sie den Grumeti-Fluß und mehrere kleinere Wasserläufe überwinden. Die Überquerungen sind weniger berühmt als die Crossings am Mara-Fluß, aber gerade deshalb kann das Erlebnis ruhiger und ursprünglicher wirken.
Die riesigen Nilkrokodile des Grumeti gehören zu den eindrucksvollsten Bewohnern der Region. Neben der Migration leben auch zahlreiche andere Tiere dauerhaft entlang der Flüsse.
Beste Reisezeit
Mai bis Juli. Der genaue Zeitpunkt der Migration hängt von den Regenfällen und dem Zustand der Weideflächen ab.
Außerhalb der Migration ist die Region ruhiger, die Verteilung der Tiere kann jedoch weniger berechenbar sein.
Wichtigste Tierbeobachtungen
- Große Gnu- und Zebraherden
- Nilkrokodile
- Löwen
- Leoparden
- Elefanten
- Giraffen
- Flusspferde
- Colobusaffen in bewaldeten Gebieten
Besucheraufkommen
Mittel. Während der Migration steigt die Zahl der Fahrzeuge, bleibt aber gewöhnlich unter dem Niveau von Seronera oder den bekannten Stellen am Mara-Fluß.
Eignung für Fotografie
Hoch. Die Flußlandschaften, Herdenbewegungen und möglichen Überquerungen bieten abwechslungsreiche Motive. Die dichtere Vegetation kann die Fotografie stellenweise erschweren, schafft aber auch Bilder, die sich deutlich von den klassischen Aufnahmen der offenen Serengeti unterscheiden.
Mindestaufenthalt
Mindestens zwei, besser drei Nächte. Eine einzelne Nacht lohnt den langen Anfahrtsweg kaum und bietet zu wenig Zeit, um nach den Herden zu suchen.
Für wen geeignet?
Für Reisende, die die Migration erleben möchten, ohne sich ausschließlich auf die berühmten Mara-Crossings zu konzentrieren. Auch für Wiederholungsreisende und Fotografen ist der Westen sehr interessant.
Vorteile
- Gute Chancen auf die Migration zwischen Mai und Juli
- Weniger überlaufen als die nördliche Serengeti
- Abwechslungsreiche Fluß- und Waldlandschaften
- Eindrucksvolle Krokodile am Grumeti-Fluß
- Gute Verbindung zur Zentralserengeti
Nachteile
- Migration zeitlich schwer vorhersehbar
- Lange Anfahrt
- Dichtere Vegetation erschwert manche Sichtungen
- Außerhalb der Saison teilweise geringere Tierkonzentrationen
Passende Natouralist-Reise
Grumeti-Fluß-Safari und die Buschmänner von Lake Eyasi
Diese Reise ist auf die Wanderung im westlichen Korridor abgestimmt und verbindet den Grumeti-Fluß mit weiteren Höhepunkten des nördlichen Tansanias.
4. Nördliche Serengeti

Die nördliche Serengeti rund um Kogatende und den Mara-Fluß ist zwischen Juli und Oktober eines der spektakulärsten Safarigebiete Afrikas.
In dieser Zeit erreichen große Herden von Gnus und Zebras den Norden. Auf ihrer Suche nach frischem Gras überqueren sie den Mara-Fluß teilweise mehrmals. Die Tiere springen steile Ufer hinab, kämpfen gegen die Strömung und versuchen, den Krokodilen im Wasser zu entkommen.
So dramatisch diese Szenen sind: Eine Flußüberquerung ist niemals garantiert. Manchmal stehen Tausende Gnus stundenlang am Ufer und drehen im letzten Moment wieder um. Wer nur eine Nacht bleibt und einen festen Zeitpunkt für das Crossing erwartet, wird schnell enttäuscht.
Die nördliche Serengeti lohnt sich jedoch auch ohne Flußüberquerung. Die Landschaft ist hügeliger und abwechslungsreicher als im Zentrum, und Löwen, Leoparden, Elefanten und viele andere Tiere sind regelmäßig zu sehen.
Beste Reisezeit
Juli bis Oktober. August und September gelten gewöhnlich als Kernmonate für die Mara-Crossings.
Wichtigste Tierbeobachtungen
- Große Gnu- und Zebraherden
- Mögliche Mara-Flußüberquerungen
- Löwen
- Leoparden
- Geparden
- Elefanten
- Krokodile
- Flusspferde
Besucheraufkommen
Hoch an bekannten Überquerungsstellen. Abseits des Mara-Flusses kann es dagegen überraschend ruhig sein.
Ein guter Guide wartet nicht zwangsläufig dort, wo sich die meisten Fahrzeuge versammeln. Er beobachtet die Bewegung der Herden und sucht nach alternativen Stellen, an denen sich ein Crossing entwickeln könnte.
Eignung für Fotografie
Sehr hoch. Für Tierfotografen sind die Herden, Flußlandschaften und dramatischen Interaktionen einzigartig. Die große Entfernung zu manchen Überquerungen und die vielen Fahrzeuge können gute Bildpositionen allerdings erschweren.
Mindestaufenthalt
Drei bis vier Nächte. Wer ernsthaft auf eine Flußüberquerung hofft, sollte mindestens vier Nächte bleiben. Selbst dann gibt es keine Garantie.
Für wen geeignet?
Für Fotografen, Wiederholungsreisende und Besucher, die die Große Migration in ihrer dramatischsten Phase erleben möchten.
Vorteile
- Beste Chancen auf Mara-Crossings
- Große Tierherden
- Hervorragende Landschaftsfotografie
- Gute Raubtierbeobachtungen
- Abwechslungsreichere Landschaft als in der Zentralserengeti
Nachteile
- Hohe Preise in der Hauptsaison
- Viele Fahrzeuge an den Crossing-Stellen
- Überquerungen niemals garantiert
- Lange Anfahrt oder zusätzlicher Inlandsflug notwendig
Passende Natouralist-Reise
Intensive Serengeti-Fotosafari: Crossings über den Mara-Fluss
Die Reise verbringt drei Tage in der nördlichen Serengeti und insgesamt sechs Tage in den verschiedenen Gebieten des Nationalparks.
| Zeitraum | Hauptbewegung | Erlebnis |
|---|---|---|
| Jan–Mar | Kalbungszeit im Süden (Ndutu Region) | Tausende Geburten und intensive Raubtierszenen |
| Apr–Jun | Bewegung Richtung Zentral-Serengeti | Große Herden auf weiten Savannen |
| Jul–Sep | Flussüberquerungen im Norden | Dramatische Mara-River-Crossings |
| Oct–Dec | Rückkehr in den Süden | Verteilung der Herden vor neuer Kalbungszeit |
5. Östliche Serengeti

Die östliche Serengeti gehört zu den am meisten unterschätzten Regionen des Nationalparks. Weite Ebenen, Gol-Kopjes und Gebiete wie Namiri Plains schaffen hervorragende Lebensräume für Geparden und Löwen.
Die Landschaft wirkt offener und leerer als Seronera. Leer bedeutet hier allerdings nicht tierarm. Es bedeutet vor allem, daß weniger Fahrzeuge unterwegs sind und man häufig mehr Zeit bei einer Sichtung verbringen kann.
Während der grünen Jahreszeit ziehen Teile der Migration durch die östlichen Ebenen. Dann ist die Landschaft frisch, grün und voller Leben. Aber auch unabhängig von den Gnuherden besitzt die Region einen bemerkenswerten Bestand an Raubkatzen.
Beste Reisezeit
November bis März. Besonders schön ist die Region während der grünen Jahreszeit, wenn sich Teile der Migration im Osten und Südosten aufhalten können.
Wichtigste Tierbeobachtungen
- Geparden
- Löwen
- Hyänen
- Gazellen
- Schakale
- Strauße
- Große Greifvögel
- Zeitweise Gnus und Zebras
Besucheraufkommen
Niedrig bis mittel. Die größere Entfernung zu Seronera und die begrenztere Zahl an Unterkünften halten viele kurze Standardsafaris fern.
Eignung für Fotografie
Sehr hoch. Die weiten Ebenen bieten klare Hintergründe und hervorragende Möglichkeiten, Geparden in ihrem natürlichen Lebensraum zu fotografieren. Das Licht während der grünen Jahreszeit und die dramatischen Wolkenlandschaften sind ein zusätzlicher Vorteil.
Mindestaufenthalt
Mindestens drei Nächte. Die Region ist weitläufig, und Tierbeobachtungen benötigen Zeit und Geduld.
Für wen geeignet?
Für Fotografen, Liebhaber von Geparden und Reisende, die weniger Fahrzeuge und eine ursprünglichere Serengeti suchen.
Vorteile
- Sehr gute Gepardenbeobachtungen
- Weniger Fahrzeuge
- Offene und fotogene Landschaft
- Interessant während der grünen Jahreszeit
- Gefühl von Weite und Abgeschiedenheit
Nachteile
- Weniger Unterkünfte
- Längere Anfahrt
- Tierverteilung kann weitläufig sein
- Einige Camps sind nur saisonal geöffnet
Passende Natouralist-Reise
Diese Reiseidee eignet sich als Grundlage für eine individuell angepaßte Safari mit längeren Aufenthalten in weniger besuchten Gebieten.
6. Grumeti Reservat

Die privaten Grumeti-Reservate grenzen westlich an den Serengeti-Nationalpark. Sie dürfen nicht mit dem Western Corridor innerhalb des Nationalparks verwechselt werden.
Die Region ist landschaftlich mit dem westlichen Serengeti-Korridor verbunden, bietet jedoch ein deutlich exklusiveres Safarierlebnis. Die Zahl der Fahrzeuge ist begrenzt, und abhängig von Camp und Konzession können Aktivitäten angeboten werden, die im Nationalpark nicht möglich sind.
Dazu gehören beispielsweise geführte Wanderungen, Nachtfahrten oder längere Aufenthalte bei einer Sichtung, ohne daß sich in kurzer Zeit eine ganze Wagenkolonne versammelt.
Die Migration erreicht die Region gewöhnlich zwischen Mai und Juli. Auch außerhalb dieser Monate gibt es gute Bestände an Elefanten, Giraffen, Büffeln und Raubkatzen.
Beste Reisezeit
Mai bis Oktober. Mai bis Juli ist besonders interessant für die Große Migration. Die trockeneren Monate eignen sich gut für allgemeine Tierbeobachtungen.
Wichtigste Tierbeobachtungen
- Große Herden während der Migration
- Löwen
- Leoparden
- Elefanten
- Büffel
- Giraffen
- Hyänen
- Zahlreiche Vogelarten
Besucheraufkommen
Sehr niedrig. Exklusivität ist einer der wichtigsten Vorteile der privaten Reservate.
Eignung für Fotografie
Sehr hoch. Wenige Fahrzeuge und größere Freiheit bei der Gestaltung der Pirschfahrten schaffen gute Voraussetzungen für ruhige und konzentrierte Fotografie.
Mindestaufenthalt
Mindestens drei Nächte. Wegen der aufwendigeren Anreise und der hohen Kosten sollte die Region nicht als kurzer Zwischenstopp behandelt werden.
Für wen geeignet?
Für erfahrene Safarireisende, anspruchsvolle Fotografen und Besucher, die Exklusivität wichtiger finden als einen möglichst niedrigen Reisepreis.
Vorteile
- Sehr wenige Fahrzeuge
- Exklusives Safarierlebnis
- Abhängig von der Konzession zusätzliche Aktivitäten
- Gute Tierbeobachtungen auch außerhalb der Migration
- Hochwertige Camps und Guides
Nachteile
- Sehr hohe Preise
- Kleine Auswahl an bezahlbaren Unterkünften
- Nicht für jede Reiseroute logistisch sinnvoll
- Migration bleibt auch hier unberechenbar
7. Loliondo und die Randgebiete der Serengeti

Loliondo liegt östlich der nördlichen Serengeti und gehört zu den Gebieten, die viele Reisende nur vom Namen kennen. Dabei bieten gerade die Randregionen eine andere Art von Safari: weniger Fahrzeuge, weite Landschaften und mehr Freiheit bei der Gestaltung der Aktivitäten.
Hier geht es nicht darum, in kürzester Zeit möglichst viele berühmte Tierarten abzuhaken. Loliondo ist für Reisende geeignet, die sich Zeit nehmen und die Landschaft als Teil des Erlebnisses verstehen.
Je nach genauer Lage der Unterkunft sind Wanderungen, Nachtfahrten oder Begegnungen mit lokalen Maasai-Gemeinschaften möglich. Diese Aktivitäten hängen vom Camp, der Konzession und den jeweils geltenden Bestimmungen ab.
Teile der Migration können Loliondo auf ihrem Weg zwischen der nördlichen, östlichen und südlichen Serengeti durchqueren. Ihre genaue Route hängt jedoch stark von den Regenfällen ab.
Beste Reisezeit
Dezember bis März sowie Juni bis Oktober. Die richtige Reisezeit hängt von der genauen Lage des Camps und dem Schwerpunkt der Safari ab.
Wichtigste Tierbeobachtungen
- Löwen
- Elefanten
- Giraffen
- Hyänen
- Gazellen und andere Antilopen
- Zeitweise Gnus und Zebras
- Zahlreiche Vogelarten
Besucheraufkommen
Niedrig. Loliondo und die angrenzenden Gebiete eignen sich besonders gut, um dem Verkehr der bekannteren Teile der Serengeti zu entkommen.
Eignung für Fotografie
Hoch. Die geringe Zahl an Fahrzeugen, die weiten Landschaften und die Möglichkeit, länger bei einzelnen Tieren zu bleiben, sind große Vorteile. Die Tierdichte ist jedoch nicht immer so hoch oder leicht vorhersehbar wie in Seronera.
Mindestaufenthalt
Zwei bis drei Nächte. Wer Ruhe sucht und zusätzliche Aktivitäten wahrnehmen möchte, sollte drei Nächte bleiben.
Für wen geeignet?
Für Wiederholungsreisende, Naturliebhaber und Menschen, die eine ruhige Safari mit Landschaft, Kultur und Tierbeobachtung verbinden möchten.
Vorteile
- Wenige Fahrzeuge
- Große, weitgehend ungestörte Landschaften
- Je nach Gebiet Wanderungen und Nachtfahrten
- Gute Kombination mit der nördlichen oder östlichen Serengeti
- Geeignet für langsames und intensives Reisen
Nachteile
- Tierbeobachtungen weniger vorhersehbar
- Qualität hängt stark von Camp und Konzession ab
- Nicht jede sogenannte Loliondo-Unterkunft liegt strategisch günstig
- Längere Anfahrten und aufwendigere Logistik
Passende Natouralist-Reise
Die Reise führt durch weniger besuchte Landschaften im Norden Tansanias und läßt sich individuell mit Loliondo und den östlichen Randgebieten der Serengeti verbinden.
Die Serengeti ist jedoch nur eine von mehreren Möglichkeiten. Unser Vergleich der zehn besten Safari-Gebiete in Afrika abseits der Touristenmassen stellt der östlichen Serengeti und Loliondo weitere wenig besuchte Regionen wie Ruaha, Kidepo, Liuwa Plain und Loango gegenüber.
Welche Serengeti-Region ist nun die beste?
Eine einzige beste Region gibt es nicht. Es gibt nur die Region, die zu Eurer Reisezeit und Euren Interessen am besten paßt.
Wer zwischen Januar und Februar reist und dramatische Tierbeobachtungen fotografieren möchte, sollte Ndutu wählen. Für eine erste Serengeti-Safari zu fast jeder Jahreszeit ist Seronera die sicherste Entscheidung. Zwischen Mai und Juli lohnt der westliche Korridor einen näheren Blick. Wer im August oder September auf die Mara-Crossings hofft, muß in den Norden.
Fotografen, die Geparden und offene Landschaften ohne große Fahrzeugansammlungen suchen, sollten die östliche Serengeti berücksichtigen. Für maximale Exklusivität sind die privaten Grumeti-Reservate kaum zu übertreffen. Und wer die Serengeti bereits kennt oder eine langsamere, weniger vorhersehbare Reise bevorzugt, wird an Loliondo und den Randgebieten Gefallen finden.
Die beste Reisezeit für eine Tansania-Safari hängt deshalb nicht nur vom Wetter ab. Sie hängt vor allem davon ab, was Ihr sehen möchtet und wie Ihr es erleben wollt.
Wie viele Nächte sollte man in der Serengeti verbringen?
Für eine sinnvolle erste Reise empfehlen wir mindestens vier Nächte in der Serengeti, idealerweise auf zwei Regionen verteilt. Drei Nächte sind das absolute Minimum. Wer nur zwei Nächte bleibt, verbringt häufig einen unverhältnismäßig großen Teil der Reise mit der An- und Abfahrt.
Für eine intensive Safari oder Fotoreise sind sechs bis acht Nächte wesentlich besser. Damit lassen sich zwei oder drei Regionen kombinieren, ohne jeden zweiten Tag das Camp wechseln zu müssen.
Eine hochwertige Safari bedeutet nicht, möglichst viele Orte in möglichst kurzer Zeit abzuhaken. Sie bedeutet, zur richtigen Jahreszeit lange genug im richtigen Gebiet zu bleiben.
Häufig gestellte Fragen
Welche Region der Serengeti ist ganzjährig am besten?
Seronera und die Zentralserengeti bieten ganzjährig zuverlässige Tierbeobachtungen. Löwen, Leoparden, Elefanten, Giraffen und zahlreiche Antilopen leben dauerhaft in der Region.
Wo sieht man die meisten Raubkatzen?
Seronera ist besonders bekannt für Löwen und Leoparden. Ndutu bietet während der Kalbungszeit hervorragende Chancen auf Löwen, Geparden und Hyänen. Die östliche Serengeti ist besonders interessant für Geparden.
Wo kann man die Große Migration am besten beobachten?
Von Dezember bis März befinden sich die Herden gewöhnlich im Süden und in Ndutu. Zwischen Mai und Juli ziehen sie durch den westlichen Korridor. Von Juli bis Oktober halten sie sich häufig in der nördlichen Serengeti und am Mara-Fluß auf.
Sind die Mara-Flußüberquerungen garantiert?
Nein. Niemand kann den genauen Tag oder Ort einer Überquerung garantieren. Selbst wenn große Herden am Fluß stehen, können die Tiere stundenlang warten oder sich plötzlich wieder entfernen.
Wo ist die Serengeti am wenigsten besucht?
Die östliche Serengeti, Loliondo und einige Randgebiete haben gewöhnlich deutlich weniger Besucher als Seronera oder die bekannten Crossing-Stellen im Norden. Die privaten Grumeti-Reservate begrenzen die Zahl der Fahrzeuge zusätzlich.
Welche Region eignet sich am besten für Tierfotografen?
Ndutu ist während der Kalbungszeit hervorragend. Seronera bietet ganzjährig gute Möglichkeiten für große Raubkatzen. Die östliche Serengeti überzeugt mit offenen Landschaften und wenigen Fahrzeugen, während die nördliche Serengeti während der Migration besonders dramatische Motive bietet.
Wie viele Regionen sollte eine Serengeti-Safari kombinieren?
Bei vier bis fünf Nächten sind höchstens zwei Regionen sinnvoll. Bei sechs bis acht Nächten können zwei oder drei Gebiete kombiniert werden. Häufige Campwechsel kosten wertvolle Zeit und machen eine Reise unnötig hektisch.
Die passende Serengeti-Region für Eure Reise wählen
Die Wahl der Region entscheidet darüber, ob Ihr zur richtigen Zeit mitten im Geschehen seid oder den großen Tierherden tagelang hinterherfahrt. Eine gute Serengeti-Safari beginnt deshalb nicht mit der Auswahl einer Lodge, sondern mit einer ehrlichen Frage:
Was möchtet Ihr wirklich erleben?
Seit mehr als zwanzig Jahren planen wir individuelle Safaris durch Tansania. Wir wählen die Regionen, Camps und Aufenthaltsdauer nach Jahreszeit, Tierbewegungen und persönlichen Interessen aus – nicht danach, welche Standardroute sich am einfachsten verkaufen läßt.
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Über Cristina Sánchez
Cristina Sánchez ist Planerin und Strategarin für außergewöhnliche Safaris je nach Tierbewegungen und Jahreszeiten.
Ihr Fokus liegt auf nachhaltigen Camps, echten Wildnisregionen und bewusstem Abstand zum Massentourismus.
So erlebt Ihr die Große Migration authentisch, intensiv und im natürlichen Rhythmus der Savanne.







