Ist das Gorillatrekking anstrengend? Die ehrliche Antwort von echten Teilnehmern

Artikel aktualisiert am 03.10.2025
Ein Gorillatrekking kann anstrengend bis sehr anstrengend sein: Wie können es nicht oft genug wiederholen.
Und eine gründlche Vorbereitung ist schlüssig für den Erfolg.
Immer mehr Menschen erfüllen sich ihren Traum von einer Begegnung auf Augenhöhe mit den sanften Riesen des Urwalds: den unglaublich imposanten und beeindruckenden Berggorillas.
Doch mit den wachsenden Touristenzahlen steigt auch die Anzahl von Menschen an, die schlecht oder null vorbereitet beim Gorillatrekking-Briefing erscheinen.
Bis weit in den 20. Jahrhundert galten die Berggorillas als böse Monster, als abscheuliche Kreaturen, fähig zu jeder erdenklichen Grausamkeit. Nur gut, um sie zu verstopfen und Aschenbecher mit ihren abgehackten Händen daraus zu machen.

Das Unwissen und unverhohlene Ignoranz der Menschen hatte unsere Brüder aus dem Tierreichtum beinah an Rand des Aussterbens gebracht.
Erst die Forschungen von Dian Fossey, deren ihr ganzes Leben dem Studieren dieser Primaten im Dschungel von Ruanda widmete, brachten Licht ins Dunkel und halfen dabei, die vorherrschenden Vorurteile wegzuräumen.
Heute werden Berggorillas als die sanften, friedlichen Menschen angesehen, die sie wirklich sind. Sie stehen auch als Inbegriff der Artenrettung durch die Entwicklung eines nachhaltigen Tourismus.
Ein Trekking durch den immergrünen und undurchdringlichen Urwald des östlichen Läufers des Kongobeckens auf der Spur von Silberrücken und Co ist eins der tiefrührendsten Erlebnisse, die man in Afrika, nein, sogar je im Leben machen kann.
Es ist unglaublich aufregend, in das unheimliche Reich dieser wunderbaren Wesen einzudringen, sich deren Standort anzunähen, wo nur einige wenige Privilegierte pro Tag heran gelassen–genau so, als würde man Audienz bei einem König gewährt.
Wie körperlich anstrengend ist ein Gorillatrekking?
Doch ein Gorillatrekking ist nicht (und darf auch nicht) für jedermann sein.
denn ein Gorillatrekking ist anstrengend.
Du willst der peinlichen Situation ausgesetzt werden, mit einer Trage durch den Dschungel zu den Berggorillas getragen zu werden (ja! So was kommt tatsächlich vor!)
Menschen in schlechter Gesundheits- und körperlichen Verfassung sollten gefälligst ihre Aufforderungen laut dem Motto „ich habe so viel bezahlt“ aufgeben und heimkehren.
Jetzt bestimmen die Stärksten des Dschungels das Spiel: Nur die gesunden und fitten unter uns haben das Privileg, von den Berggorillas in ihr Reich eingeladen zu werden.
Eine Frage der Kondition: Wie fit muss man für das Gorillatrekking sein?

Vorab räume ich einen möglichen Zweifel ganz klar ab: das Gorillatrekking ist anstrengend und schweißtreibend.
Du fragst dich: bin ich fit genug für ein Gorillatrekking?
Egal, ob man eine, zwei, drei oder vier Stunden seine leidenden Füße durch den kaum sichtbaren Regenwaldböden voranbringen muss: Das Gorillatrekking ist sicher niemals ein leichtes Kinderspiel und erfordert IMMER eine gute, solide Vorbereitung.
Viele überschätzen ihre eigene körperliche Kondition und lernen bei einem Gorillatrekking die alle letzte Grenze ihrer Ausdauerkraft. Andere schaffen es nicht einmal, sich zu überwinden und landen auf eine dürftige Trage.
Bei allem sollte jeder gesunder Mensch, der einen bis drei Monate vor Trekkingsdatum regelmäßig trainiert, gut imstande sein, das Gorillatrekking mitzumachen.
Man liest so viel über Ausrüstung, verschwendet Stunden und Tage bei der Auswahl der passenden Schuhe und oft wird die grundlegendste und wichtigste aller Vorbereitungstipps übersehen:
Wie bereitet man sich auf ein Gorillatrekking vor?
Trainiere ausreichend und regelmäßig vor deinem Gorillatrekking
Laufe oder jogge einige Kilometer zwei bis dreimal in der Woche. Wenn dies auch noch bergauf und begrünter, desto besser. Und beginne damit drei Monate vor deiner Reise nach Uganda.
Das Gorillatrekking ist anstrengend und nichts für Tollpatschige und Höhen ängstliche

Es ist 8 Uhr morgens. Die Anweisungen wurden in die Runde der eingetroffenen Teilnehmer (in der Regel 24 bis 32 aufgeregte westliche Touristen) gegeben und man legt los, anfänglich auf einem guten, schnellen Tempo auf befestigten Straßen.
Doch irgendwann verwandelt sich die bequeme Straße in einen schlammigen Tierpfad, der sich in das Innere des Dschungels vertieft.
Wie ein chinesischer Drache schlendert sich der oft nichtexistierende Pfad über etliche Bergrücken, die erklommen werden müssen.
Und noch schlimmer: die wieder entklommen werden müssen.
Am höchsten Punkt des Bergkamms angelangt fragt man sich, wie es jemand bloß jemals schaffen kann, nach unten zu kommen. Der Waldboden ist steil, rutschig und befremdlich: Wenn man richtig hinguckt, wimmelt es nur im Laub unter unseren Füßen von Millionen Krabbeltieren.
Wer seine langen Socken über die Hosen gezogen hat, wird vom Ameisenwehr erspart, der seinen Weg in die Beine hochschlägt. Um nicht hinzufallen, hockt man mit stark gebeugten Knien und hält sich an alles fest, was mit einer Wurzel in den Boden verankert ist.
Auch diesmal haben diejenigen, die Gartenhandschuhe tragen, großes Glück, denn sie bleiben von Dörnern und Brennnesseln verschont.
Oh Herr je! Wie kann ein Gorillatrekking so anstrengend sein!
Nach etlichen Malen bergauf und begrünten ist es endlich geschafft. Der Wildhüter bleibt plötzlich stehend und bringt seinen Zeigefinger vor den Lippen.
„Schsss“. Die Berggorillas sind nicht mehr weit. Die Herzen der erschöpften Teilnehmer rasen.
Keiner denkt jetzt daran an den quälenden Rückweg, der irgendwann geschlagen werden soll. Wir legen unseren Tagesrücksack ab und nähren uns den Berggorillas, den Königen dieses gefährlichen, unheimlichen Reich, an.
Die geeignete Ausrüstung für das Gorillatrekking: Was ist unentbehrlich und was überflüssig?

Man muss kein spezialisiertes Outdoor-Geschäft aufsuchen, um sich für das Gorillatrekking auszurüsten. Jeder Wanderliebhaber hat diese wirklich notwendige Gegenstände zu Hause.
Eine kleine Liste:
- Gut schnell trockende Wanderstiefel mit robuster, rutschsicherer Profilsohle. Wenn bis zum Knöchel gut, aber keine Voraussetzung. Wichtiger ist, dass die mitzunehmenden Schuhe hervorragend getragen sind! Kurz vor der Reise frisch gekaufte Anschaffungen werden die Füße kaputt machen.
- Trekkinghose
- Leichte Regenjacke (nicht umsonst heißt der Regenwald so!)
- Gärtnerhandschuhe zum Schutz von Dörnern
- Wasserdichter Schutz für die Kamera
- Tagesrücksack mit 1,5 – 2 L Wasser und Proviant (man weiß ja nie, wie lange das Trekking gehen wird!)
Wanderstöcke sind für das Gorillatrekking nicht zu gebrauchen und können getrost zu Hause zurückgelassen werden.
Gepäckträger mit auf das Gorillatrekking mitnehmen: ja oder nein?

Zugegeben: Man kann sich wie ein ausbeutender Kolonialherrscher ein wenig vorkommen.
Dennoch: Das Anheuern eines Gepäckträgers ist nicht nur eine enorme Auslastung für den Wanderer, sondern auch eine lebenswichtige Unterstützung für die Männer aus der Gemeinde, die ihr Leben damit verdienen.
Außerdem lehnen die Träger auch immer eine helfende Hand, wenn es mal wieder über einen schwierigen Abschnitt gehen muss. Eine unglaublich wichtige Hilfe!
So sicher sie mit dürftigen Sandalen über den unwegsamen, rutschigen, matschigen Boden des Urwalds marschieren, so hilflos und beschwert wir mit unserem teuren modernen Markenschuhwerk aussehen.
Vis-a-Vis mit den Berggorillas: endlich am Ziel unserer Träume angekommen

Wir lassen unser Tagesrücksack auf dem nassen Boden des Dschungels und eilen hinter den Wildhüter her. Nur noch nach weiteren zehn Minuten sind wir am Ziel unserer Träume angekommen.
Was wir davon haben?
Eine Stunde Zusammensein mit den sanften, wunderschönen Berggorillas, die uns als Gäste in ihre Familie aufnehmen.
Die großen Anstrengungen sind im Nu vergessen. Jetzt nur noch Begeisterung, Gänsehaut und ein unbeschreibliches Glücksgefühl, das lange bei uns bleiben wird.
Besucher unterliegen Regeln, die mal in der Theorie relativ streng klingen, in der Praxis aber häufig sich viel flexibler zeigen.
Zum Beispiel:
Theoretisch können Kinder erst ab dem 15. Geburtstag am Trekking teilnehmen (um so Berggorillas vor Kinderkrankheiten zu schützen) – praktisch wird für Kinder, die kurz vor ihrem 15. Geburtstag zum Trekkingdatum stehen, gerne eine Ausnahme gemacht.
Oder theoretisch dürften, erkälte Personen am Trekking gehindert werden (ebenfalls um die Übertragungen von schlimmen Krankheiten auf die empfindlichen Gorillas zu verhindern) – praktisch wird kein Teilnehmer, der nicht so krank ist, dass er auf beide Beine nicht stehen kann, niemals zurückgeschickt.
Theoretisch darf eine jede Familie nur maximal einmal pro Tag von einer Gruppe von maximal acht Personen besucht werden – praktisch werden an Tagen maximaler Auslastung Berggorillafamilien zweimal besucht.
Ferner dürfen wir uns theoretisch maximal mit einem Abstand von 3 Metern an die Berggorillas annähen – praktisch ignorieren Gorillas oft diese Regel: Zu direkten Berührungen Gorilla-Mensch ist mehr als einmal gekommen.
Fazit: ist ein Gorillatrekking wirklich sooo anstrengend?
Es ist wahr: Ein Gorillatrekking in Uganda oder in Ruanda ist anstrengend und darf nicht auf der leichten Schulter genommen werden.
Auch die in Wahrheit richtig lockeren Besucherregel, die für mehr Einnahmen durch den sehr lukrativen Gorillatourismus sorgen, lassen mit einem Vorwurf machenden Miene unser Gesicht verziehen.
Dennoch:
Bei den Berggorillas zu Besuch zu sein ist eins der fantastischsten, faszinierendsten, unglaublichsten Begegnungen, die wir Menschen mit unseren Vertretern aus der Tierwelt machen können.
Vielleicht deswegen, weil wir da merken, wie verschwommen diese angebliche Trennlinie zwischen unseren beiden Arten ist.
Mit der richtigen Vorbereitung (und eine realistische Haltung) kannst du auch deinen Traum, Berggorillas in freier Wildbahn zu sehen, erfüllen.
Welche Impfungen werden für Uganda empfohlen? Hier erfahrt Ihr das.
FAQ – Häufige Fragen zum Gorillatrekking
1. Ist ein Gorillatrekking wirklich so anstrengend?
Ja, ein Gorillatrekking ist körperlich fordernd. Die Wege führen durch steilen, rutschigen Regenwald und können mehrere Stunden dauern. Eine gute Grundfitness ist daher unverzichtbar.
2. Wie fit sollte man für ein Gorillatrekking sein?
Wer regelmäßig Sport treibt – Laufen, Wandern oder Radfahren – ist in der Regel gut vorbereitet. Drei Monate vorher mit gezieltem Training zu beginnen, ist empfehlenswert.
3. Welche Ausrüstung ist notwendig?
Unverzichtbar sind eingelaufene Wanderschuhe mit Profilsohle, leichte Regenkleidung, Handschuhe gegen Dornen, Wasser, Snacks und ein wasserdichter Schutz für Kamera oder Handy.
4. Können auch Kinder am Gorillatrekking teilnehmen?
Offiziell liegt das Mindestalter bei 15 Jahren, um die Gorillas vor Kinderkrankheiten zu schützen. In Ausnahmefällen werden Kinder knapp unter dieser Altersgrenze zugelassen.
5. Wie nah darf man den Berggorillas kommen?
Theoretisch gilt ein Mindestabstand von 3 Metern. In der Praxis nähern sich die Gorillas manchmal selbst – direkte Berührungen sind jedoch strikt zu vermeiden.
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Berggorillas in Uganda:
ich habe weder Höhenangst noch bin ich tollpatschig. Leider weiß niemand ob er es wirklich schafft. Besteht auch die Möglichkeit vorzeitig zurück zu gehen? es kommt auch auf die Hilfsbereitschaft der Träger an, die man denke ich unbedingt mitnehmen sollte. Wie hoch sind die Kosten dafür?
Es soll mittelschwere und schwere “Wanderungen” geben. Wie kann ich das verstehen? Der Aufenthalt der Tiere ist ja nicht planbar.
Wie stelle ich mir das Klima vor, feuchtwarm bei ungefähr welchen Temperaturen bei ca. 2000 m Höhe? wir einem auch mal eine helfende Hand angeboten falls der Boden klitschig und steil ist?
ich denke feste hohe Wanderstiefel wären am besten, da man die Knöchel schützt.
und zuletzt: man soll viel trinken, aber bitte wo/wie kann man das Wasser wieder ausscheiden?
danke für die Beantwortung, denn davon hängt meine Entscheidung ab zu buchen.
Hallo U! Natürlich kannst du die Trekkingtour unterbrechen und zurückkehren, bevor du die Gorillas erreichst, aber das Geld wird dir leider niemand zurückgeben. Ich habe gesehen, wie die Guides Touristen auf Tragen zu den Gorillas gebracht haben, als diese nicht mehr laufen konnten… Das ist wirklich bedauerlich.
Die Träger helfen dir immer beim Trekking und unterstützen dich bei schwierigen Passagen. Auch wenn man natürlich nicht genau weiß, wo sich die Gorillas aufhalten, gibt es aufgrund der Erfahrung und der Schwierigkeit des Geländes Anhaltspunkte, anhand derer die Trekkingtouren in mittelschwer und schwer eingestuft werden können.
Die Temperatur liegt bei etwa 20 bis 23 Grad. Und ja, Trekkingstiefel mit Knöchelschutz oder sogar Gummistiefel sind empfehlenswert. Das Wasser, das man während der Wanderung trinkt, muss man natürlich selbst im Rucksack mitnehmen. Empfohlen werden etwa zwei Liter pro Person. Ich hoffe, meine Antwort hat dir geholfen! Cristina