Verzaubernde Galapagos – Ein Reisebericht – Teil 1

Unsere Kollaboratorin Julia Lövenich hat die Galapagos Inseln auf eigene Faust erkundet und uns diesen wunderbaren Reisebericht über eine unvergessliche Reise zu den verzauberten Inseln Ecuadors hinterlassen.
Wohin die Füße einen auch auf Galapagos auch tragen – fast überall sieht man Seelöwen, Meerechsen, Pelikane, Haie, Fregattvögel, Schildkröten, rote Klippenkrabben und Blaufußtölpel.
Die auf den Galapagos-Inseln lebenden Tiere zeigen wenig Scheu und viele Arten leben nur auf diesem Archipel und nirgendwo sonst auf der Welt. Bewohnt sind lediglich die gern besuchten Inseln Santa Cruz, Isabela, Floreana und San Cristobal. Insgesamt findet man hier über 200 große und kleinere Inseln. Galapagos wurde 1978 zum Unesco Welterbe erklärt.
Ein Galapagos Reisebericht von Julia Lövenich
Vorwort
Die Damen liegen gemütlich am Strand in der Abendsonne.

Es wird sich geräkelt und gestreckt und der Frieden scheint nicht getrübt werden zu können.
Plötzlich bahnt sich jedoch jemand von außen den Weg durch die Gruppe und läuft einfach über ihre Freundin hinweg. Das Geschrei ist groß, die Kinder heulen und zu allem Überfluss mischt sich auch noch der Herr im Bunde mit ein – das Chaos ist perfekt.
Die Touristen schauen sich das Spektakel interessiert an und zücken begeistert ihre Kameras.
Dieses Treiben ist der Normalzustand an vielen Stränden der Galapagos-Inseln, denn es handelt sich um Seelöwenkolonien, die sich vor allem abends in großen Gruppen zusammen an den Strand legen und die Urlauber durch ihr Gezeter und Gebrüll unterhalten.
Santa Cruz, Galapagos, allein bereisen: ein Reisebericht
Die Insel Santa Cruz ist für Touristen leicht zu erkunden und bietet Interessantes an Getier, Unterwasserwelt und Wissenschaft.
Von dem Ort Puerta Ayora starten zudem viele Kreuzfahrtschiffe. Die Charles Darwin Research Station gibt einen umfassenden Einblick in die Tierwelt der Inseln und die Zuchtmethoden der Schildkröten. Echsen können dort ebenfalls bewundert werden.
Traumhafte Sandstrände und Schwimmen im Aquarium

In der Tortuga Bay und dem angrenzenden Strand Playa Manza kann man nicht nur die Seele baumeln lassen, sondern auch Meerechsen und Galapagos-Finken beobachten.
Die Tiere verspüren wenig Scheu und letztere setzen sich manchmal sogar auf die Beine der sich sonnenden Urlauber.
Bei einem 45 minütigen Spaziergang erreicht man vom Zentrum Puerto Ayoras diesen traumhaften weißen Sandstrand. Auch Schnorcheln wird groß geschrieben und ist in Santa Cruz an vielen Orten möglich. Mit dem Boot vom Zentrum schnell zu erreichen sind unter anderem La Loberia, Las Grietas oder Punta Estrada.
Unterwasser bietet sich ein Szenario wie aus dem Bilderbuch.
Überall sind bunte Fische zu sehen und oft schwimmen Seelöwen nah an den Schnorchlern vorbei.
Schnell werden Unterwassereinewegkameras gezückt, um diese eingzigartigen Momente festzuhalten. Taucht man auf, so sieht man Seelöwen und “machos”, so nennen sie hier die männlichen Tiere, faul auf den Felsen herumliegen. Auch die Schlucht Las Grietas lockt mit ihrem klaren Wasser zu einem Ausflug.

Von der Oberfläche bis hin zu acht Metern Tiefe zum Boden der Schlucht sieht man beim Schnorcheln die Lichtstrahlen.
Die Sonne auf den Inseln ist oft stärker als man denkt – beim Schnorcheln sollte man (auch wegen der Körpertemperatur) zumindest ein T-Shirt anziehen und sich mit wasserfester Sonnenlotion gegen die UV-Strahlung schützen.
Aug` in Aug` mit Meerechsen

Am weißen Sandstrand von Playa Manza raschelt es im Gebüsch.
Kurze Zeit später ist eine Meereechse zu sehen, die sich durch das Unterholz schiebt.
Völlig ungerührt wandert sie an den Badegästen vorbei über den Strand und hinterlässt dabei eine fingerbreite Spur im Sand.
Halb schwimmend, halb laufend schiebt sie sich in das Wasser. Als sie keinen Sand mehr unter ihren Füßen spürt, schlängelt sie sich langsam, aber elegant durch das Meer.
Die Tierwelt auf Galapagos ist einzigartig.
Viele der Tierarten sind weltweit nur hier zu finden. Die Meerechse beispielsweise ist die einzige Echse, die im Meer schwimmt und sich dort auf Nahrungssuche begibt. Lange kann sie allerdings nicht im Wasser bleiben. Denn nachdem sie im Meer eine Weile Algen abgeweidet hat, muss sie nach etwa einer halben Stunde wieder an Land, um sich in der Sonne aufzuwärmen.
Die Macht der Vulkane und des Lavagesteins
Die Galapagos Inseln sind aus Vulkanen entstanden, die Lavasteine prägen auch heute noch das Bild der Natur.
Eine lohnende Attraktion sind in diesem Zusammenhang die Lavatunnel auf Santa Cruz.
Hier sei einem Mann und einer Frau ihre gegenseitige Liebe bewusst geworden – so erzählen sich die Einheimischen. Zum Durchlaufen der Tuneles del Amor, 500 Meter von dem Ort Bellavista gelegen, benötigt man zwanzig Minuten.
Die zwei darauffolgenden Tunnel sind innerhalb weniger Minuten durchquert. Taschenlampen sind hier äußerst empfehlenswert, denn die Tunnel sind teils schlecht ausgeleuchtet. Sehenswert sind auch die Los Gemelos – zwei von Pflanzen zugewachsene Krater inmitten dichter Vegetation. Bei dem in Richtung Baltra links gelegenen Krater bietet sich zudem noch eine wunderschöne Aussicht über das Meer.
Isabela Insel auf Galapagos auf eigene Faust bereisen – ein Reisebericht

Die größte Insel (Isabela) liegt etwa 1100 Kilometer vor der Küste Ecuadors.
Der Äquator verläuft im Norden Isabelas.
Isabela beeindruckt nicht nur durch palmengespickte weiße Sandstrände, sondern ebenfalls durch ihre Vulkane, die auch zu Pferde erkundigt werden können, sowie natürlich ihre Tierwelt.
Hier kann man schnorcheln, mit Seelöwen schwimmen, zentrumsnah Flamingos in der Laguna Salinas bewundern oder nach Las Tintoreras fahren, um Weißspitzenhaie zu sehen.
Hol`s Stöckchen, Seelöwe
In der Lagune Concha de Perla lässt es sich gut schnorcheln.
Damiselafische bieten einen lustigen Anblick mit mit ihren dicken, gelben Mündern, die sie so schmollend bewegen, als wollten sie die Schnorchler küssen. Seeigel, Rochen, Meeresschildkröten, Pinguine leben ebenfalls an diesem Ort. Mit ein wenig Glück spielt vielleicht auch ein Seelöwe mit den Schnorchlern und apportiert sogar Stöcke.
Tourist Shahar Bracha, Israel, 27 erzählt hierzu:
“Der Seelöwe hatte plötzlich einen Stock in der Schnauze und hat diesen im Wasser fallen lassen. ich habe ihn ergriffen und ihn wie einem Hund zugeworfen – er hat ihn tatsächlich genommen und kurz vor mir wieder hinunter fallen lassen!“
Auf der Insel Las Tintoreras lassen sich Schildkröten, Meerechsen und Seelöwen beobachten. Der Höhepunkt des Inselbesuches ist ein Blick auf den Weißspitzenhai. Die Tiere sind nachtaktiv und liegen tagsüber ruhig im Wasser herum.
Einzigartige Spezies in Gefahr

So spannend und einzigartig das Archipel und ihre Tierwelt sind – viele Tierarten der Galapagos-Inseln sind in Gefahr.
Eine gefährdete Spezies ist beispielsweise die Riesenschildkröte. Mehr Verständnis und Information über die Methoden der Schildkrötenzucht bringt das Centro de Crianza der tortugas gigantes.
30 Minuten führt der Weg von der Straße durch die Anlage unter anderem an giftigen Pflanzen vorbei. Für das Auge laufen Schildkröten herum, für die Allgemeinbildung veranschaulicht deses Zentrum anhand von Plastiken und verschiebbarer Holzbilder die Zucht und auch die unterschiedlichen Gefahren für die Schildkröten.
Vom Festland eingeführte Haustiere machen ein Überleben in der Natur für die jungen Schildkröten nahezu unmöglich. Sie zertrampeln Nester, fressen junge Schildkröten oder konkurrieren mit den ihnen um deren Nahrung.
Wart Ihr schon Mal mitten in einem Tierfilm?

Vor den mehreren Metern hohen Kakteen sitzt ein Blaufußtölpel.
Mit dem weißen Sandstrand im Hintergrund bietet er ein hervorragendes Fotomotiv.
Als sei ein Blaufußtölpel, ein so genannter “booby” nicht schon genug – schwimmt in diesem Moment im Wasser noch ein Riffhai auf Futtersuche vorbei.
Auf den Galapagos-Inseln fühlt man sich wie in einem Tierfilm.
Die fehlende Scheu der Tiere wirkt, als sei alles eignes für die Touristen arrangiert worden. Die Landtiere auf Galapagos hatten bis zur Einfuhr von den Haustieren keine Feinde – sie brauchten keine Fluchtmechanismen zu entwickeln und sind deswegen nahezu furchtlos.
Touristen werden meist nicht als Gefahr, sondern höchstens als ein wenig merkwürdige Paparazzi empfunden. Die Furchtlosigkeit der Tiere, deren Vielfalt und eine wunderschöne – von Eiland zu Eiland unterschiedliche, atemberaubende Natur – ist das Besondere der Galapagos-Inseln.
Gastartikel von Julia Lövenich







