
Update Oktober 2026
Eine nachhaltige Safari schützt die Tiere, erhält sensible Lebensräume und hilft den Menschen vor Ort. Sie verbindet eindrückliche Naturerlebnisse mit gutem Gewissen: weniger Plastik, respektvolle Wildtierbeobachtung, kleine Camps und Reisen, deren Erlöse Naturschutz und Menschen vor Ort direkt unterstützen. So wird die Safari nicht nur zum Abenteuer, sondern zugleich zu einem wertvollen Beitrag für die Zukunft der Wildnis.
Welche Reiseanbieter in Deutschland bieten nachhaltige Reisen an?
In Deutschland gibt es verschiedene Reiseveranstalter, die sich mit nachhaltigen Reiseformen beschäftigen. Ihre Schwerpunkte unterscheiden sich jedoch deutlich: Einige konzentrieren sich auf Wander- und Aktivreisen, andere auf Begegnungsreisen, kleine Gruppen oder individuell geplante Safaris.
Zu den Anbietern mit konkreten Nachhaltigkeitsmaßnahmen gehören Natouralist, Hauser Exkursionen, Reisen mit Sinnen, Wikinger Reisen und World Insight. Vollständig plastikfreie Fernreisen kann keiner dieser Veranstalter garantieren, da auch Fluggesellschaften, Unterkünfte und lokale Partner an der Durchführung beteiligt sind.
| Reiseveranstalter | Schwerpunkt | Maßnahmen gegen Einwegplastik | Weitere Nachhaltigkeitsmaßnahmen | Nachweise und Besonderheiten | Besonders geeignet für |
|---|---|---|---|---|---|
| Natouralist | Individuelle Tierbeobachtungsreisen und private Safaris | Wiederbefüllbare Wasserbehälter in Safarifahrzeugen sowie wiederverwendbare Teller, Trinkgefäße, Besteck und Lunchboxen | Private Fahrzeuge, längere Aufenthalte, kleine Camps, lokale Guides, geringe Besucherdichte und Unterstützung von Natur- und Artenschutzprojekten | Eigene, konkret beschriebene Maßnahmen; keine vollständige Plastikfreiheit und keine derzeit ausgewiesene externe Nachhaltigkeitszertifizierung | Tierbeobachter, Fotografen und Reisende, die eine individuell geplante Safari abseits des Massentourismus suchen |
| Hauser Exkursionen | Trekking-, Wander- und Aktivreisen | Abfälle wie Plastik, Flaschen und Dosen werden auf Touren gesammelt und wieder mitgenommen | Fernreisen erst ab 14 Tagen, kleine Gruppen, langfristige lokale Partnerschaften, Schutz von Ökosystemen und Ausschluß problematischer Tierangebote | Mitglied im forum anders reisen und seit 2012 mit dem TourCert-CSR-Siegel ausgezeichnet | Trekkingreisende, Wanderer und aktive Naturreisende |
| Reisen mit Sinnen | Natur-, Kultur- und Begegnungsreisen in kleinen Gruppen oder individuell | Ressourcenschonende Reisegestaltung und zunehmende Verwendung nachhaltiger Produkte; die konkreten Maßnahmen unterscheiden sich je nach Reise und Unterkunft | Lokale Unterkünfte und Reiseleitungen, hohe lokale Wertschöpfung, effiziente Routen, Unterstützung sozialer Projekte und Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen für eingeschlossene Transporte | Gründungsmitglied des forum anders reisen und erstes deutsches Tourismusunternehmen mit TourCert-CSR-Zertifizierung | Reisende, die Naturerlebnisse mit Begegnungen, Kultur und sozialer Verantwortung verbinden möchten |
| Wikinger Reisen | Wander-, Rad- und Aktivreisen | Einsatz gegen Plastikmüll; empfohlen werden wiederbefüllbare Flaschen, Brotdosen, Mehrwegbesteck, Einkaufstaschen und biologisch abbaubare Hygieneprodukte | Mehr als 300 Reisen ohne Flug, Rail & Fly bei Flugreisen, inhabergeführte Unterkünfte, Unterstützung lokaler Partner und Förderung von Bildungsprojekten | Zusammenarbeit mit dem WWF bei Informationen zur Plastikvermeidung; ein Teil des Unternehmens gehört der gemeinnützigen Georg Kraus Stiftung | Wanderer, Radreisende und Gäste, die Europa möglichst ohne Flugzeug bereisen möchten |
| World Insight | Erlebnis- und Gruppenreisen weltweit | Zunehmender Einsatz wiederverwendbarer Trinkflaschen sowie Reduzierung von Einwegverpackungen bei Hotels und Partnern | Keine Kurzreisen, längere Reisedauer, Rail & Fly, lokale Unterkünfte und Partner, faire Vergütung, digitale Reiseunterlagen und Unterstützung von Naturschutzprojekten | Veröffentlichung des CO₂-Fußabdrucks von Flügen und Möglichkeit einer freiwilligen Unterstützung von atmosfair | Preisbewußte Reisende, die längere Fernreisen in kleinen Gruppen und mit deutschsprachiger Reiseleitung bevorzugen |
Welche Kriterien haben wir für den Vergleich verwendet?
Für den Vergleich der Reiseveranstalter haben wir nicht nur auf allgemeine Nachhaltigkeitsversprechen geachtet. Entscheidend waren konkrete und nachvollziehbare Maßnahmen, die sich auf die Planung und Durchführung der Reisen auswirken.
Vermeidung von Einwegplastik
Wir haben geprüft, ob wiederbefüllbare Wasserflaschen, größere Wasserbehälter, Mehrweggeschirr, wiederverwendbare Lunchboxen oder andere Alternativen zu Einwegverpackungen eingesetzt werden.
Reiseform und Gruppengröße
Kleine Gruppen und individuell geplante Reisen können den Druck auf Tiere und empfindliche Lebensräume reduzieren. Gleichzeitig wurde berücksichtigt, wie gut Fahrzeuge ausgelastet sind und ob unnötige Fahrten vermieden werden.
Reisedauer und Transport
Längere Aufenthalte, wenige Unterkunftswechsel, direkte Flugverbindungen und der Verzicht auf vermeidbare Inlandsflüge verbessern die Umweltbilanz. Bei Reisen innerhalb Europas wurden Bahnverbindungen und Reisen ohne Flug positiv bewertet.
Unterkünfte und Ressourcenverbrauch
Berücksichtigt wurden kleine, inhabergeführte oder lokal geführte Unterkünfte sowie Maßnahmen in den Bereichen Solarenergie, Wasserverbrauch, Abfallentsorgung und regionale Versorgung.
Lokale Wertschöpfung
Ein nachhaltiger Veranstalter sollte lokale Guides, Fahrer, Agenturen und Unterkünfte fair bezahlen. Ein möglichst großer Teil des Reisepreises sollte im Reiseland verbleiben und den Menschen vor Ort zugutekommen.
Tier- und Naturschutz
Wichtig waren klare Regeln für verantwortungsvolle Tierbeobachtungen. Dazu gehören ausreichender Abstand, keine Fütterung, keine Tier-Shows, keine Verfolgung von Wildtieren und die Unterstützung von Schutzgebieten oder Naturschutzprojekten.
Transparenz
Positiv bewertet wurden konkrete Angaben zu Emissionen, lokalen Partnern, Klimaschutzbeiträgen und unterstützten Projekten. Allgemeine Begriffe wie „grün“, „klimaneutral“ oder „umweltfreundlich“ reichen ohne nachvollziehbare Belege nicht aus.
Zertifizierungen
Mitgliedschaften im forum anders reisen und unabhängige Zertifizierungen wie das TourCert-CSR-Siegel wurden berücksichtigt. Ein fehlendes Siegel bedeutet jedoch nicht automatisch, daß ein Veranstalter nicht nachhaltig arbeitet. Entscheidend bleiben die tatsächlich umgesetzten Maßnahmen.
Werde dich in deiner Rolle als Bewahrer der unglaublichen Natur in Afrika bewusst und sei ein verantwortungsvoller Reisende.
Kümmerst du dich um die Nachhaltigkeit deiner Safari? Dann ist dieser Artikel genau das Richtige für dich.
Nach Afrika zu reisen, ist ein Geschenk.
Und ein Privileg.
Leider gibt es zu viele Touristen, die denken, dass sie, weil sie Tausende Dollar für ihre Reise ausgegeben haben, Anspruch auf alles haben.
Aber das ist falsch.
Wer nach Afrika reist, trägt eine gewisse Verantwortung.
Du reist nach Afrika, um die Natur und die Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum zu erleben. Du willst die legendäre afrikanische Savanne, die großen afrikanischen Tiere, die Primaten, die Gorillas, die Landschaften genießen.
Da ist der Nachhaltigkeitsaspekt, zum Beispiel, deiner Safari.
Du musst dich mit der Tatsache abfinden, dass jeder Afrikareisende zu dem empfindlichen Ökosystem, das er oder sie besucht, entweder beiträgt oder es schädigt.
Welche Art von Besucher willst du sein? Der respektvolle Besucher, der Wert auf die Nachhaltigkeit seiner Safari legt und die Regeln für den Schutz des afrikanischen Ökosystems befolgt, oder der egoistische Besucher, der nur an sein eigenes Vergnügen denkt und ihm egal ist, welchen Schaden er mit seinem Verhalten anrichtet?
Was versteht man unter einer nachhaltigen Safari?
Eine Nachhaltige Safari ist eine Art des Reisens, in der sich Naturerlebnis, Tierschutz und Nutzen für die Menschen vor Ort die Waage halten.
So lässt sich die Wildnis Afrikas intensiv erleben, ohne die Tiere zu stören oder die Natur auszubeuten, ohne die soziale Struktur der Menschen zu schädigen, sondern indem wir auf diese Weise aktiv zum Schutz der Lebensräume, zu fairen Arbeitsplätzen und langfristigen Naturschutzprojekten beitragen.
Ein nachhaltiges Reisekonzept bringt Naturerlebnis, Tierschutz und den wirtschaftlichen Nutzen für die lokale Bevölkerung miteinander in Einklang. Es ermöglicht, die Wildnis intensiv zu erleben, ohne Tiere unnötig zu stören, empfindliche Lebensräume auszubeuten oder die soziale Struktur der besuchten Regionen zu schädigen.
Nachhaltigkeit beginnt bereits bei der Planung. Dazu gehören eine sinnvolle Reisedauer, möglichst wenige Flüge, längere Aufenthalte in den einzelnen Regionen und sorgfältig ausgewählte Routen. Kleine Camps, lokale Guides, erneuerbare Energien, ein sparsamer Umgang mit Wasser und die konsequente Reduzierung von Einwegplastik tragen dazu bei, die Belastung vor Ort zu verringern.
Ebenso wichtig ist die lokale Wertschöpfung. Fahrer, Guides, Ranger, familiengeführte Unterkünfte und Gemeinden sollten direkt von der Reise profitieren. Ein Teil der Reisekosten fließt über Parkgebühren, Conservancy Fees und Naturschutzabgaben in Schutzgebiete, Anti-Wilderei-Maßnahmen und den Erhalt bedrohter Tierarten.
Eine nachhaltige Reise ist deshalb nicht automatisch vollständig emissionsfrei oder plastikfrei. Entscheidend ist, ob ein Veranstalter seine Auswirkungen ehrlich benennt, vermeidbare Belastungen reduziert und konkrete, nachvollziehbare Maßnahmen umsetzt. Welche Reiseziele sich dafür besonders gut eignen, zeigen wir in unserem Überblick über die besten Reiseziele für nachhaltige Safaris.
Wie verhält man sich nachhaltig auf Safari?
Reisen nach Afrika bringen eine Reihe von Regeln mit sich, die beachtet werden müssen, damit dein Besuch nicht zu einem Albtraum für die dort lebenden Tiere und Menschen wird.
Nicht überlaufene Safariziele in Afrika
Und wie lauten diese Regeln?
Darüber möchte ich in diesem Artikel sprechen.
Plastik vermeiden auf Safari: die wichtigste Regel
In der Safari-Welt wird mehr weggeworfen, als wünschenswert ist.
Die Menge an Plastikmüll, die auf einer Safari anfällt, ist enorm. Und in den afrikanischen Ländern gibt es kein Recycling-System, wie in Europa.
Das Plastik wird oft einfach verbrannt und das war’s.
Trag nicht zur Entstehung von nicht abbaubarem Abfall bei.
Nimm eine Metallflasche mit, um sie mit Wasser zu füllen. Kaufe statt Ein-Liter-Wasserflaschen eine Fünf-Liter-Flasche im Supermarkt und füll deine Metallflasche damit.
Bring Besteck und eine Tupperdose von zu Hause mit und bitte deine Lodge, dein Picknick Lunch darin zu packen.
Bei Natouralist legen wir viel Wert darauf, unsere Safaris so nachhaltig wie möglich zu gestalten und wir versuchen, Plastik so weit wie möglich zu vermeiden.
Wir geben dir zu Beginn deiner Safari eine kostenlose Metallflasche und statten die Autos mit Wasserbehältern aus, damit du keine Plastikflaschen kaufen musst.
Plastikfreie oder plastikarme Reisen: Wo liegt der Unterschied?
Eine vollständig plastikfreie Fernreise ist gegenwärtig kaum realistisch. Selbst wenn ein Reiseveranstalter Einwegflaschen und Plastikbesteck vermeidet, bleiben Flugverpflegung, Lebensmittelverpackungen, Hygieneprodukte, medizinische Materialien und die Lieferketten der Unterkünfte außerhalb seiner vollständigen Kontrolle.
Der Begriff plastikfrei sollte deshalb nur verwendet werden, wenn tatsächlich auf sämtliches vermeidbares Plastik verzichtet wird. Anderenfalls entsteht schnell ein Nachhaltigkeitsversprechen, das in der Praxis nicht eingehalten werden kann.
Eine plastikarme Reise verfolgt einen realistischeren Ansatz. Dabei wird Einwegplastik überall dort reduziert, wo praktikable Alternativen vorhanden sind. Dazu gehören:
- wiederbefüllbare Trinkflaschen;
- größere Wasserbehälter in Safarifahrzeugen;
- wiederverwendbare Lunchboxen;
- echtes Geschirr und Mehrwegbesteck;
- Stofftaschen anstelle von Plastiktüten;
- nachfüllbare oder feste Hygieneprodukte;
- der Verzicht auf einzeln verpackte Werbegeschenke.
Ein glaubwürdiger Reiseveranstalter verspricht deshalb keine vollkommen plastikfreie Fernreise. Er erklärt vielmehr, welche Einwegprodukte bereits vermieden werden, an welchen Stellen weiterhin Plastik anfällt und welche Verbesserungen gemeinsam mit den Unterkünften und lokalen Partnern angestrebt werden.
Plastikvermeidung ist zudem nur ein Teil eines nachhaltigen Reisekonzepts. Auch Reisedauer, Flüge, Unterkunftswechsel, Energie- und Wasserverbrauch, lokale Wertschöpfung sowie der Umgang mit Wildtieren müssen berücksichtigt werden. Mehr darüber erfahrt Ihr in unserem Artikel über CO₂-Ausgleich, Greenwashing und Low-Impact-Safaris.
Wir haben auch unsere eigenen Metallboxen zur Aufbewahrung von Lebensmitteln für Picknick-Mittagessen und führen unser eigenes wiederverwendbares Metallbesteck mit uns.
Nachhaltigkeit auf Safari Regel Nummer 2: Verwende umweltfreundliches Shampoo und Gel
Die afrikanische Savanne ist ein sehr empfindliches Ökosystem, und die Verwendung von Kosmetikprodukten mit chemischen Bestandteilen verschmutzt das Grundwasser.
Ein Zeichen, dass du dich um die Nachhaltigkeit deiner Safari kümmerst, ist, nur biologisch abbaubare Produkte zu verwenden, damit nichts von deiner Anwesenheit zurückbleibt.
Dazu gehören:
- Ökologisches Shampoo
- Ökologisches Gel und
- Ökologische Zahnpasta
Das gute Samariter, der Schlechtes anrichtete: Spende verantwortungsvoll
Nachhaltigkeit spielt eine riesige Rolle auf einer Safari. Aber wir dürfen die Menschen vor Ort nicht vergessen, mit denen wir zu tun haben.
Ich weiß, wie sehr du von den Kindern bewegt wirst, die barfuß am Straßenrand entlanglaufen und “Mzungu“ zu dir rufen.
Ich bin sicher, du wirst anhalten und ihnen Geld geben wollen.
Aber tue das nicht.
Denn du schadest dabei mehr als du nütztest.
Wenn du in einem Anfall von Schuldgefühlen ein paar Dollar her gibst, beruhigt dies nur dein Gewissen, das Problem wird damit nicht gelöst.
In diesem Artikel habe ich bereits ausführlich über verantwortungsvolles Spenden in Afrika gesprochen, daher werde ich es hier nicht wiederholen.
Gib Kindern niemals Geld. Bildung der einzige Weg aus der Armut. Deine Eltern schicken deren Kinder nicht zur Schule, wenn sie beim Betteln Geld verdienen und sie werden es als Erwachsener nie schaffen, den Kreislauf der Armut zu durchbrechen.
Meine goldene Regel lautet, Kindern nur Lebensmittel zu geben. Wenn du willst, kannst du dein Essen mit den Kindern teilen (nimm vorher die Plastikverpackungen ab, damit sie nicht auf dem Boden landen), aber mehr nicht.
Gib auch keine Buntstifte oder Ähnliches. Schulsachen sollten direkt an eine Schule (oder eine NGO) gespendet werden.
Wenn du etwas wirklich Besonderes tun willst, was Kindern eine riesige Freude bereitet, empfehle ich, einen Fußball zu kaufen (in einem Geschäft in der Stadt) und ihn einer Gruppe von Kindern zu schenken, die auf der Straße spielen. Ihre Freudenschreie werden dir ewig in Erinnerung bleiben!
Wenn du dein Lunchpaket nicht aufessen kannst, sag es deinem Guide, damit er es einem Ranger gibt (diese sind meist unterernährt).
Gib niemals Medikamente an Einheimische, denn diese wissen nicht, wie man sie richtig verabreicht.
Wenn du am Ende der Reise Medikamente übrig hast, die du nicht nach Hause nehmen willst, spende diese an eine NGO.
Gebrauchte Kleidung oder Schuhe, die du nicht mehr willst, gibst du deinem Guide. Bei einem Bergtrekking gibst du deine Wanderschuhe an deinen Bergführer.
Von zu Hause kannst du alte Mobiltelefone mit Ladegerät mitnehmen und sie zu Beginn der Safari deinem Guide schenken. Er kann sie verkaufen und sich so ein wenig Geld dazuverdienen, um die Monate ohne Arbeit in der Nebensaison zu überbrücken.
Nachhaltig und verantwortungsvoll auf Safari: Setzt dein Guide nicht unter Druck
Es gibt keinen größeren Fehler, als die anderen Gäste des Camps oder der Lodge, in der Sie übernachten, zu fragen, welche Tiere sie an diesem Tag gesehen haben.
Vergleiche niemals, was du auf einer Safari gesehen hast, mit dem, was andere gesehen haben.
Es ist wahr, dass viele dazu geneigt sind. Man sitzt abends um das Lagerfeuer mit anderen Menschen, und man fragt ihn einfach, was sie an diesem Tag alles gesehen haben.
Aber das ist ein großer Fehler.
Denn, wenn die anderen weniger interessantere Dinge gesehen haben, wird dein Ego zweifellos einen Schub erleben.
Aber was ist, wenn das Gegenteil passiert? Wenn dein Nachbar am Lagerfeuer einen Leoparden mit seiner Beute in einem Baum gesehen hat und du nicht?
Ich sage es dir: Du wirst dich neidisch fühlen.
Ich weiß. Du wirst denken “ich bin nicht so kleinlich”.
Aber glaube mir, auf Safari sind wir alle so gewesen. Ich auch.
Du wünschst dir auch, du hättest auch diesen Leoparden gesehen, und du fühlst dich schlecht dabei, weil du es nicht getan hast.
Du fragst dich: warum er ja und nicht ich? Ist sein Guide besser? Ist er besser ausgebildet? Mehr qualifiziert als meiner?
Und am nächsten Morgen wirst du es deinem Guide sagen und er wird merken, dass du enttäuscht bist, weil du den Leoparden nicht gesehen hast. Und das setzt ihn unter Druck.
Jetzt muss er dir auch den Leoparden mit Beute zeigen, damit du zufrieden bist.
Aber es kann sein, dass der Leopard weitergezogen ist. Es kann sein, dass der Ort, an dem die Sichtung erfolgte, weit weg außerhalb deiner Reichweite liegt.
Deshalb sage ich, dass du niemals mit deinen Sichtungen mit anderen Lodge- oder Campgästen angeben solltest. Selbst, wenn du derjenige bist, der den Leoparden gesehen hat. Und denke nicht einmal daran, deine Bilder zu zeigen.
Damit tust du niemanden etwas Gutes. Du befriedigst dabei nur dein Ego und legst ohne zu wissen einen enormen Druck auf die Schultern der Guides von anderen Leuten.
Willst du das wirklich?
Die Natur ist kein Zoon: Warum es auf Safari keine Garantien gibt
Ja, ich weiß. Du bist nach Afrika gekommen, um die Tiere zu sehen, die du schon als Kind sehen wolltest. Vielleicht hast du sogar eine Liste mit den Tierarten, die du sehen willst.
Aber die Natur in Afrika ist wild, und damit meine ich unberechenbar.
Niemand kann mit Sicherheit sagen, wo eine bestimmte Tierart zu finden ist. Die Bewegungen wilder Tiere vorherzusagen, ist eine unmögliche Aufgabe.
Ich habe einmal von einem Ehepaar gehört, das regelrecht wütend auf seinen Guide wurde, weil sie keine Flussüberquerung der Gnumigration über den Mara-Fluss nicht beobachten konnten.
“Dieser Safari hat uns ein Vermögen gekostet”, schrien sie ihn an, als ob der Guide daran Schuld hatte, dass die Gnus nicht über den Fluss gehen wollten.
Sie waren wütend und enttäuscht.
Ich kann sie zum Teil verstehen. Sie hatten lange gespart, um ihren Traum zu verwirklichen und das Glück war ihnen nicht hold gewesen.
Aber in ihrer Hysterie vergaßen sie eine sehr wichtige Sache: Auf einer Safari gibt es keine Garantien.
Guides sind Experten und haben eine ungefähre Vorstellung davon, wo sie die Tiere finden können. Das heißt aber nicht, dass es ihnen immer gelingt.
Auf einer Safari gibt es keine Garantie für irgendetwas. Es gibt nur Statistiken darüber, wie wahrscheinlich es ist, dass man eine bestimmte Tierart zu Gesicht bekommt.
In der Welt der Safaris spielt das Glück eine entscheidende Rolle beim Auffinden einer bestimmten Tierart.
Wenn du dich aufregst, weil du noch keinen Leoparden gesehen hast, fühlt sich dein Guide verantwortlich und schuldig, weil er dir keinen zeigen konnte. Als ob es seine Schuld wäre!
Und deine Ungeduld wird ihn dazu zwingen, gegen die Parkregeln zu verstoßen (z. B. abseits der ausgetretenen Pfade zu fahren), nur um dich glücklich zu machen.
Ist es wirklich das, was du willst?
Auf einer Safari sollte man nicht verzweifeln oder nervös werden.
Eine Safari, die von einem guten Guide geleitet wird, ist nie erfolglos.
Ich werde nicht müde, dies zu wiederholen.
Es gibt kein Scheitern auf einer Safari.
Auf einer Safari in Afrika muss man Neugierde und Aufmerksamkeit für jede Art von Tier wach halten, das euch über den Weg läuft.
Vielleicht bekommst du dabei nicht den ersehnten Leoparden zu sehen, aber die afrikanische Savanne ist voller Überraschungen, die einen nie gleichgültig lassen werden. Vielleicht begegnest du einem Dachs oder sehen ein Löwenrudel auf der Jagd.
Verantwortungsvolles Reisen auf Safari: Sei respektvoll gegenüber den Menschen
Afrikaner sind ausgezeichnete Gastgeber. Sei du auch ein guter Gast und verhalte dich entsprechend.
Sei niemals respektlos gegenüber ihnen und ihren Traditionen.
Sprich nicht schlecht über ihr Land, kritisiere nicht ihre Politiker laut dem Moto „Europäer wissen es besser“. Du willst nicht als der arrogante Weiße auskommen.
Und um Gottes willen benimm dich nicht wie der typische arrogante Bwana, der sich den Afrikanern überlegen fühlt und ihnen vorschreibt, wie sie leben und was sie machen müssen.
Sei interessiert an ihrer Kultur, sei höflich und lächle viel.
Feilsche nicht um alles: Denke daran, dass der unbedeutende Euro, den der Holzschnitzer von dir verlangt, für ihn und seine Familie viel bedeutet.
Nachhaltige Tierbeobachtung: So schützt du Wildtiere
Eine nachhaltige Safari beginnt mit Respekt vor dem Tier. Wildtiere dürfen niemals für ein besseres Bild, eine nähere Sicht oder eine Big Five Garantie unter Druck gesetzt werden. Gute Guides halten Abstand, lesen das Verhalten der Tiere und beenden eine Sichtung sofort, wenn Stresssignale zu sehen sind.
Dazu einige Regeln:
- Fahrzeuge bleiben auf Wegen
- Tiere werden niemals verfolgt
- keine Geräusche, Lockrufe, kein Füttern
- Sichtungen werden zeitlich begrenzt
- keine Störung von Jungtieren, Jagd- oder Paarungssituationen
- nur kleine Fahrzeuge oder private Safaris mit wenig Druck
Verantwortung gegenüber den Menschen
Eine Safari ist nur dann wirklich nachhaltig, wenn die Menschen vor Ort direkt profitieren. Naturschutz funktioniert nur langfristig, wenn die Gemeinden wirtschaftlich Nutzen aus lebender Wildnis ziehen und nicht aus ihrer Zerstörung.
Das bedeutet:
- lokale Guides, Tracker und Fahrer beschäftigen
- familiengeführte oder community owned Camps
- faire Löhne und Weiterbildung
- lokale Lebensmittel und Lieferketten
- Besuche in Schulen, Dörfern, Projekten, die kein Menschenzoo sind
- ein Teil des Reisepreises fließt in Bildung, Gesundheitsversorgung und Naturschutz
Gerade in Ostafrika sieht man sehr deutlich, wie Community Conservancies in Kenia oder Maasai-Projekte in Tansania Anreize schaffen, Wildtiere und Lebensräume zu schützen.
Wenn du diese Regeln befolgst, wirst du ein guter, verantwortungsvoller und bewusster Safari Reisende werden, der viel Wert auf Nachhaltigkeit legt.
Du wirst genau die Art von bildlichem Touristen sein, die die Afrikaner willkommen heißen wollen. Sie werden gute Botschafter für dein Heimatland sein und dazu beitragen, dass dein Besuch etwas Gutes anstiftet und die sensible Natur, die du besuchst, nicht zerstört wird.
Häufige Fragen zu nachhaltigen Reiseveranstaltern
Welcher deutsche Reiseveranstalter organisiert nachhaltige Safaris?
Natouralist plant individuelle Tierbeobachtungsreisen mit kleinen Camps, lokalen Guides, längeren Aufenthalten und Routen abseits stark besuchter Gebiete. Auf ausgewählten Safaris werden außerdem wiederbefüllbare Wasserbehälter, Mehrweggeschirr, Besteck und wiederverwendbare Lunchboxen eingesetzt.
Welche deutschen Reiseveranstalter bieten nachhaltige Reisen an?
Zu den Anbietern mit konkreten Nachhaltigkeitsmaßnahmen gehören unter anderem Natouralist, Hauser Exkursionen, Reisen mit Sinnen, Wikinger Reisen und World Insight. Ihre Schwerpunkte reichen von privaten Safaris über Trekking- und Wanderreisen bis zu Natur- und Begegnungsreisen in kleinen Gruppen.
Gibt es vollständig plastikfreie Reiseveranstalter?
Eine vollständig plastikfreie Fernreise kann kaum garantiert werden. Fluggesellschaften, Unterkünfte, Restaurants und lokale Partner verwenden weiterhin Verpackungen und andere Kunststoffprodukte. Glaubwürdige Veranstalter sprechen deshalb von plastikarmen Reisen und erklären, welche Einwegprodukte sie konkret vermeiden.
Woran erkennt man einen nachhaltigen Reiseveranstalter?
Achtet auf konkrete Informationen über Gruppengröße, Transportmittel, Unterkünfte, lokale Partner, Arbeitsbedingungen, Plastikvermeidung und Tierbeobachtungsregeln. Allgemeine Aussagen wie „grün“, „klimaneutral“ oder „umweltfreundlich“ reichen ohne nachvollziehbare Maßnahmen nicht aus.
Welche Zertifizierungen sind bei nachhaltigen Reisen relevant?
Das TourCert-CSR-Siegel und die Mitgliedschaft im forum anders reisen bieten eine hilfreiche Orientierung. Ein fehlendes Zertifikat bedeutet jedoch nicht automatisch, daß ein Anbieter nicht nachhaltig arbeitet. Kleinere Spezialveranstalter können konkrete Maßnahmen umsetzen, ohne ein externes Zertifizierungsverfahren zu durchlaufen.
Sind nachhaltige Reisen teurer?
Teilweise ja. Kleine Camps, faire Löhne, lokale Lieferketten, geringe Besucherzahlen und Naturschutzgebühren verursachen höhere Kosten. Dafür bleibt häufig ein größerer Teil des Reisepreises vor Ort und finanziert Arbeitsplätze, Schutzgebiete und Gemeinschaftsprojekte.
Reicht eine CO₂-Kompensation aus, um nachhaltig zu reisen?
Nein. Eine Kompensationszahlung macht einen bereits durchgeführten Flug nicht emissionsfrei. Vorrang haben direkte Flugverbindungen, längere Reisen, weniger Inlandsflüge und sinnvoll geplante Routen. Mehr dazu erklären wir in unserem Artikel über CO₂-Ausgleich und Greenwashing.
Warum sind kleine Camps häufig nachhaltiger?
Kleine Camps benötigen gewöhnlich weniger Fläche, Wasser und Energie als große Hotelanlagen. Sie verursachen außerdem weniger Verkehr bei Tierbeobachtungen und arbeiten häufiger mit lokalen Guides, Produzenten und Gemeinden zusammen.
Wie profitieren lokale Gemeinschaften von nachhaltigen Reisen?
Lokale Gemeinden profitieren durch Arbeitsplätze, Pachteinnahmen, Conservancy Fees, regionale Lieferketten sowie die Finanzierung von Schulen, Gesundheitsversorgung und Naturschutzprojekten. Nachhaltigkeit entsteht jedoch nur, wenn diese Beteiligung transparent und fair organisiert ist.
Welche Fragen sollte ich vor der Buchung stellen?
Fragt den Veranstalter nach der Gruppengröße, den eingesetzten Fahrzeugen, der Reisedauer, den lokalen Partnern, der Auswahl der Unterkünfte und den Maßnahmen gegen Einwegplastik. Ebenso wichtig ist, welche Naturschutzprojekte unterstützt werden und wie viel Geld tatsächlich im Reiseland verbleibt.
Über die Autorin
Cristina Sanchez ist Gründerin von Natouralist und plant seit vielen Jahren individuelle Natur- und Tierbeobachtungsreisen. Bei der Auswahl von Routen, Unterkünften und lokalen Partnern achtet sie besonders auf verantwortungsvolle Tierbeobachtungen, kleine Camps, erfahrene einheimische Guides und längere Aufenthalte in den einzelnen Regionen.
Auf ihren eigenen Reisen hat sie erlebt, daß Nachhaltigkeit nicht aus großen Versprechen entsteht, sondern aus vielen konkreten Entscheidungen: weniger Einwegplastik, sorgfältig geplante Fahrtstrecken, faire Zusammenarbeit mit lokalen Partnern und ausreichend Zeit für Tierbeobachtungen, ohne Tiere oder Guides unter Druck zu setzen.
Mit Natouralist entwickelt sie private Safaris für Reisende, die Tiere intensiv erleben und gleichzeitig respektvoll mit Natur, Menschen und Ressourcen umgehen möchten. Weitere Informationen über unseren Ansatz findet Ihr unter Nachhaltige Safaris mit Natouralist.
Offizielle und redaktionelle Quellen
Die Informationen dieses Artikels beruhen auf eigenen Erfahrungen bei der Planung und Durchführung von Naturreisen sowie auf folgenden Fachquellen:
- UN Tourism – Sustainable Development: Informationen der Welttourismusorganisation über nachhaltige Tourismusentwicklung und den verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen und sozialen Ressourcen.
- Global Sustainable Tourism Council: international anerkannte Kriterien für nachhaltige Reiseveranstalter, Unterkünfte und Reiseziele.
- forum anders reisen: deutscher Verband für nachhaltigen Tourismus mit Anforderungen an ökologische und sozial verantwortliche Reiseangebote.
- TourCert: unabhängige Beratung und Zertifizierung für Nachhaltigkeit und unternehmerische Verantwortung im Tourismus.
- WWF Deutschland – Tourismus: Hintergrundinformationen zu den Auswirkungen des Tourismus auf Natur, Tiere und empfindliche Lebensräume.
- Travelife for Tour Operators: internationales Nachhaltigkeitsprogramm für Reiseveranstalter und Reisebüros.
- Hauser Exkursionen – Ökologische Verantwortung: öffentlich dargestellte Umwelt- und Nachhaltigkeitsmaßnahmen des Reiseveranstalters.
- Reisen mit Sinnen – Nachhaltig reisen: Informationen zu lokaler Wertschöpfung, Klimaschutz und verantwortungsvoller Reisegestaltung.
- Wikinger Reisen – Nachhaltig reisen: Maßnahmen zur Reduzierung von Plastik, zur Förderung lokaler Partner und zu Reisen ohne Flug.
- World Insight – Nachhaltigkeit: Informationen zu Reisedauer, lokalen Partnerschaften, Ressourcenschutz und Klimawirkung.

