Die beste Reiseroute durch den Süden von Tansania

Möchtest Du Dich in den Süden von Tansania auf Safari reisen und bist wegen der Reiseroute unschlüssig?

Es ist nicht leicht, sich mit einer anderen Safari im Süden Tansanias auseinanderzusetzen.

Anders als im Norden, wo alle Wege in die Serengeti zu führen scheinen, erfordert der Süden von Tansania von ihren Reisenden ein wenig mehr Anstrengung. Nur so wird es möglich sein, die bestmögliche Reiseroute durch die Parks im Südtansania auszuwählen.

Der Norden Tansanias ist wie ein offenes Buch. Man weiß, dass die Protagonisten hier die Serengeti, die große Migration, der Kilimanjaro und die Massai sind. Um den Süden des Landes zu verstehen, braucht Ihr guter Rat, das Euch seine nicht so offensichtlichen Schätze offenbart.

Aber Ihr müsst nicht sofort den nächsten Buchladen auf der Suche passender Literatur stürmen. In diesem Artikel gebe ich Euch mein Insider-Wissen einfach so weiter, um Euch zu helfen, die Route durch die Nationalparks im Süden Tansanias richtig zu wählen. Dabei werde ich auch für Euch einige kleine Tricks meiner Expertise enthüllen, die Euch den Aufenthalt in diesen Parks so angenehm, interessant und kosteneffektiv wie möglich machen werden.

Dabei werden wir Parks wie Nyerere (Selous), Mikumi, Udzungwa und Ruaha besuchen. Ich zeige Euch, wie man am besten hinkommt, wie man sich am effektivsten zwischen den Parks bewegt und welche meine Lieblingsunterkünfte in diesen Parks sind.

Die Reise kann beginnen.

Die meisten Reiserouten durch den Süden von Tansania beginnen in Dar es Salaam.

Nicht gerade ein Tierparadies: 4 Millionen-Metropole Dar es Salaam © Andrew Moore

Wir wollen die Stadt eigentlich schnellstmöglich verlassen, denn Dar es Salaam ist ein riesiges, verschmutztes Moloch, weit entfernt von den Safarivorstellungen, die die meisten von uns im Kopf haben. Also spätestens nach einer Nacht sind wir von hier weg. Nun, wie kommt man am besten in die Safarigebiete hin?

Ein Blick auf die Karte verrät: der nächstliegende Nationalpark ist der Nyerere (bis vor 2021 hieß der Park noch Selous, also werdet Ihr auf diesen Namen womöglich oft in der Reiseliteratur und auf Euren Recherchen im Internet stoßen.) Es ist fällt schnell auf, dass man den Park relativ zügig von Dar es Salaam aus Überland erreichen kann.

Überland oder als Flyin: Wie reist man im Süden von Tansania am besten?

Mit dem eigenen Guide à la Serengeti-Stil oder mit den Guides der Lodges reisen?

Die meisten Safaricamps im Süden von Tansania (auf jedem Fall alle, die ich gut und ohne Gewissensbisse empfehlen kann) bieten zwei Preise an: Vollpensionspreise, wo nur Unterbringung und drei Mahlzeiten enthalten sind (relativ günstig) und Game Package Preise, wo alles, selbst die Aktivitäten und Getränke, im Preis enthalten sind (relativ teuer.)

Das herrliche Mwagusi Camp am Ufer des trockenen Mwagusi Flusses, Ruaha – Das Camp bietet reduzierte Preise für Selbstfahrer an, die mit dem eigenen Guide anreisen.

Preisfüchse werden hier gleich sich für die erste Option entscheiden. Doch halt! Denn genau hier lauert der erste Stolperstein auf Eurer Traumsafari durch Südtansania. Denn anders als im Norden Tansanias, wo man sich einfach einen Jeep mit Guide in Arusha nimmt und gleich mit ihm auf Safari fährt, wäre dieselbe Handlung im südlichen Teil des Landes ein großer Fehler.

Der Grund? Nun, die Guides aus Dar es Salaam kennen sich einfach nicht gut genug in den Nationalparks des Südens des Landes aus. Dies mag ja erstaunlich sein, denn Parks wie Nyerere (Selous) oder Mikumi sind nur ein Steinwurf von der tansanischen Hauptstadt entfernt. Vielleicht weil Dar es Salaam, im Gegensatz zu Arusha, noch nie eine Hochburg für den Safaritourismus war, entscheiden sich die jungen Leute der Hauptstadt für einen modernen, urbanen Beruf im Büro eher, als sich als Safariguides ausbilden zu lassen. Aber es ist wirklich nun so.

Bitte versteht Ihr mich nicht falsch. Dies heißt keineswegs, dass man überhaupt keine Guides in Dar es Salaam findet, die man theoretisch anheuern könnte. Eine schnelle Suche im Google entpuppt so einige lokale Veranstalter, die so was tun.

Aber ein sehr wichtiger Grund spricht dafür, sich

NIEMALS FÜR EINEN GUIDE AUS DAR ES SALAAM zu entscheiden.

Für so eine Szene musste unser Guide und Safaritracker aus dem Mwagusi Camp frische Spuren im Sand verfolgen © Cristina Sanchez

Die Parks sind im Gegensatz zu den berühmten Nationalparks im Norden des Landes als relativ schwer einzustufen.  Wie geht das? Nun, die Tierwelt präsentiert sich im Süden nicht so schnell wie im Norden. Dichte Vegetation, scheuere Tiere und niedrigeren Konzentrationen vom Wild fordern so einiges von de Safariguides ab. Im Norden kann so gut wie jeder als Safariguide fungieren, denn die Tierwelt hier ist derart offensichtlich, dass die Guides oft sich überhaupt nicht anstrengen müssen. Spätestens im Süden von Tansania erfährt man, wie gut (oder eben wie schlecht) sein Safariguide ist. Und glaub mir: Ihr werdet hier einen guten Safariguide nicht missen wollen. Denn sonst riskiert Ihr, stundenlang auf staubigen Pisten zu fahren, ohne überhaupt nichts zu sehen.

Heißt dies also, dass man auf einer Reiseroute durch den Süden von Tansania NUR die Game Package Preise der Lodges buchen kann?

Nein.

Das heißt, dass wir Guides aus Dar es Salaam nicht empfehlen. Wenn man aus Kostengründen sich für eine Safari mit dem selbst mitgebrachten Guide entscheidet, tut das am besten, in dem er diesen Guide aus Iringa nimmt. Iringa ist eine angenehme kleine Provinzstadt direkt vor den Toren des Ruaha Nationalparks. Safariguides von dort kennen sich daher automatisch und garantiert besser (aber eben auch nicht so gut wie die Lodgeeigene Guides) als die sogenannten Safariguides aus Dar es Salaam aus, die vielleicht nur sporadisch auf Pirsch fahren.

Und sind die Guides aus Iringa gut genug?

Unsere Guides aus Iringa sind erfahren und gut, aber nicht ganz auf Augenhöhe wie die Top Safariguides von Mwagusi, Mdonya Old River oder Lake Manze. Wenn Ihr sehr viel Wert auf die bestmögliche Safariführung legt, und Euch dabei der Preis nicht so wichtig ist, würde ich mich immer für die teureren Games Package-Preise entscheiden. Bitte beachtet da aber, dass man auf Pirsch mit anderen 4-5 Lodgegästen geschmissen wird.

Wie reist man am besten von Dar es Salaam nach Nyerere?

Es ist zeitlich effektiv und es kostet auch nicht so viel, einen Cessnaflug von Dar es Salaam nach Nyerere zu nehmen. Safarifluganbieter wie Coastal oder Air Auric fliegen die Strecke mehrmals am Tag für ca. 200 USD. An der Landebahn angekommen, wartet Euer Guide aus Iringa auf Euch, um zusammen mit Euch das Abenteuer zu beginnen.

Die fantastischste, fabelhafteste Reiseroute durch den Süden Tansania, die selbst Eure Träume übertreffen wird

1. Erste Station auf der Reiseroute durch den Süden Tansania: Nyerere (ehemals Selous)

Wir haben endlich den ersten Park erreicht und sind mitten im Busch. Von diesem Moment an kommen die guten Dinge und man beginnt, die erste Kontakte mit der Tierwelt im Süden Tansanias zu knüpfen. Euch fällt sofort ein, wie wenige Tiere es hier im Vergleich zum Ngorongoro oder zur Serengeti gibt. Aber der Schein trügt natürlich. Giraffen und Impalas sind allgegenwärtig, bei Pirschfahrten am Nachmittag sieht man oft kleine Elefantenherden durch das Gebüsch am Pistenrand und früh morgens ertappt man oft ein Löwenrudel auf seinem Weg nach Hause nach der nächtlichen Jagd.

Nyerere hat manch Überraschungen parat. Hier ein Hyäne-Jungtier in seinem Bau © Cristina Sanchez

Im Nyerere muss man -wie überall auf Safari- früh aus den Federn raus. Nach einer Tasse Kaffee oder Tee steigt man sofort in den Jeep ein. Die Tierbeobachtung kann beginnen! Die Rückkehr ins Camp erfolgt zwischen 11.00 und 12.00 Uhr. Um 13:00 Uhr wird das Mittagessen serviert, gefolgt von einer kleinen Siesta. Falls der Hunger bald wieder zuschlägt (was eher unwahrscheinlich ist) trinkt man nachmittags noch einen Kaffee mit Keksen, bevor man gegen 15:00 Uhr nochmal auf Safari geht.

Die große Besonderheit Nyereres ist vom Wasser umgeben worden zu sein. Hier hat man die einzigartige Möglichkeit, eine Bootssafari auf seinen Seen zu machen und so eine andere Perspektive auf die Tierwelt im Süden Tansanias zu gewinnen.

Auch der Vogelreichtum ist im Nyerere schier überwältigend – © Cristina Sanchez

Für mich ist das simple, bodenständige Lake Manze Camp die beste Unterkunft im Nyerere. Die Zelte sind einfach, aber ausreichend. Es ist nicht ungewöhnlich, eine Herde Elefanten oder Löwen als Ehrengäste im Camp zu haben, besonders in den Monaten, in denen der Wassermangel am akutesten ist.

  • Buche eine Bootsfahrt

Bei Vollpensionspreisen im Lake Manze sind die Aktivitäten nicht inklusive. Bootsfahrten kann man allerdings gegen Extrapreis dazu buchen, was wir auch dringend empfehlen. Vom kleinen Boot aus sind große Vogelkolonien, Elefantenherden, die den See überqueren, Gruppen von Flusspferden und vor allem Krokodile zu sehen. 

  • So viel kostet Nyerere

Der Eintritt in den Park kostet 90 Dollar pro Tag. Eine Übernachtung pro Person im Lake Manze Camp kostet etwa 350 Dollar pro Tag, einschließlich aller 3 Mahlzeiten. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, eine Bootsfahrt dazu zu buchen, die für 81 Dollar pro Person zu haben ist.

2. Zweite Reisestation auf der Reiseroute durch den Süden Tansanias: Mikumi und Udzungwa

Nachdem einem Besuch von Nyerere, machen wir uns auf den Weg in den Mikumi-Nationalpark. Beide Parks sind etwa 7 Stunden voneinander entfernt. Diese Tour wird auf dem Langweg empfohlen.

Mikumi ist kein sehr großer Park. Ihre kleine Größe fällt vor allem beim Vergleich mit seinen gigantischen Nachbarn Nyerere und Ruaha aus. Auch die Tierwelt Mikumis kann mit der Tierwelt der beiden bekannteren Parks nicht mithalten. Elefanten sind zwar zahlreich vertreten, aber den König der Savanne aufzuspüren fällt deutlich schwerer auf.

Meine Lieblingslodge in Mikumi ist die schöne Stanley’s Kopje Lodge.

Ein Traum von einer Lodge und ein Traum von einem Ausblick: die Stanley’s Kopje Lodge im Mikumi Nationalpark

Es mag vielleicht vielen überraschen, dass man Mikumi so viel Zeit widmet wie Nyerere, aber die drei Nächte hier sind gut gerechtfertigt. Nach der langen Anreise von Nyerere kommt man sowieso abends an, da ist einfach vom Tag nicht viel übrig. Den zweiten Tag widmen wir dem Besuch von Mikumi. Der dritte Tag ist der Exkursion zum benachbarten Udzungwa Nationalpark vorenthalten, einem schönen Urwald, der Teil einer riesigen Gebirgskette war, die sich einst bis an den Norden Tansanias erstreckte. Die anstrengende, aber sehr lohnende Wanderung zum Sanje Wasserfall eröffnet Einblicke in die faszinierende, dschungelartige Vegetation von Udzungwa und entschädigt mit einem traumhaften Blick. Mit etwas Glück kann man in Udzungwa einige im Park endemische Primatenarten beobachten.

Der Regenwaldmantel von Udzungwa – © Marc Veerart
  • Bleibe im Park

Die Preislevels sind in Mikumi im Vergleich zu den sonst gehobenen Preisstandards im Süden von Tansania relativ moderat. Es lohnt sich, ein Camp mitten im Park zu nehmen.

  • So viel kostet Mikumi

Der Preis für Mikumi’s Stanley’s Kopje beträgt 200 Dollar pro Nacht und Person, einschließlich der 3 Mahlzeiten. Die Parkeintrittsgebühren kosten 65 USD, Udzungwa ist mit 15 USD Parkgebühren sehr preiswert.

3. Dritte Reisestation auf der Reiseroute durch den Süden Tansanias: Ruaha Nationalpark

Von Mikumi aus werden es weitere 7 Stunden auf dem Landweg nach Ruaha benötigt. Es gibt eine reihe Lodges unterschiedlicher Preisklassen außerhalb der Parkgrenzen. Ich empfehle allerdings (obwohl es mehr kostet) unbedingt im Park zu bleiben. Falls 7 Stunden zu viel sind, kann man eine Zwischenübernachtung im sehr schönen Tandala Camp nah dem Parkeingang einlegen. Für die restlichen Nächte empfehlen wir ins Mwagusi Camp zu ziehen.

Mwagusi, am Ufer eines ausgetrockneten Flussbettes gelegen, ist eine Safarilodge, wie sie sein sollte. Zwölf schöne reetgedeckte Bandas, die im lokalen Architekturstil entworfen wurden und vorne offen sind, um den Blick auf das Kommen und Gehen der Tiere auf dem Flussbett zu ermöglichen. Das Besondere am Mwagusi-Camp ist seine Lage am Mwagusi-Fluss, das Abendessen am trockenen Flussbett, die Gespräche mit den Guides, dem Manager und den anderen Gästen und die exzellente Qualität der lokalen Guides, die zu den besten Tansanias gelten.

Der herrliche Ausblick auf das trockene Bett des Mwagusi Rivers

Die vier Nächte, die wir in Ruaha empfehlen, sind durch die enorme Tierwelt im Park gerechtfertigt. Die Safaris hier sind einfach nur sensationell. Wie in Nyerere beginnt der Tag hier sehr früh, nachdem man sich mit einem Kaffee oder Tee gestärkt hat. Der Park überrascht mit einer großen Anzahl von Löwen (tatsächlich ist Ruaha der Park mit der größten Löwenpopulation in ganz Afrika!) Es fällt leicht, Leoparden beim Tageslicht zu sehen. Und die Elefanten sind allgegenwärtig, man kann Stunden damit verbringen, den sanften Dickhäutern beim Bohren von Löchern in den Sand auf der Suche nach Trinkwasser zuschauen.

Magische Stimmung am trockenen Flussbett des Mwagusi Rivers vor dem Mwagusi Camp

Zwischen 11 und 12 Uhr ist man zurück im Camp, wo um 13 Uhr das Mittagessen serviert wird. Nach dem Mittagessen könnet Ihr einen Kaffee oder Tee trinken. Von 15:30 oder 16:00 bis 18:00 Uhr geht Ihr wieder auf Safari. Abends wird man um 20 Uhr in der Banda abgeholt und zur Feuerstelle begleitet, wo man ein Bier oder einen Drink zu sich nimmt und sich gegenseitig von den tausendundein Abenteuern erzählt, die sie während des Safari-Tages erlebt habt. Danach treffen sich Gäste und Manager zum Abendessen. Der Schauplatz dafür kann das trockene Flussbett sein. Im Hintergrund leuchtet das Licht aus Dutzenden Öllampen, die von den Bäumen hängen. Ein Bild würdig eines Filmes.

  • Verbringe die erste Nacht im Tandala Camp

Ruaha ist immens. Aus diesem Grund wird empfohlen, die erste Nacht vor den Toren des Parks zu übernachten (in diesem Fall habe ich das Tandala Camp gewählt) und am zweiten Tag in den Park zu fahren.

  • Packe warme Klamotten

Aufgrund seiner Höhenlage ist es in Ruaha in den südlichen Wintermonaten sehr kalt. Morgens, bis 10 oder 11 Uhr, kann das Thermometer auf Null Grad sinken. Es wird empfohlen, Mütze und Handschuhe für die offenen Jeeps mitzunehmen, um die Kälte zu bekämpfen.

  • So viel kostet Ruaha

Die Parkgebühren kosten pro Tag 90 Dollar. Mwagusi Camp kostet etwa 300 Dollar pro Nacht und Person, einschließlich dreier Mahlzeiten.

4. Wie endet dann die Reise

Nach 3 oder 4 Nächten in Mwagusi, in Ruaha, bringt Euch der Guide zur Landebahn, wo Ihr Eure Cessnamaschine zurück nach Dar besteigt. Damit endet diese grandiose Safariroute durch die besten Nationalparks im Süden Tansanias.

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