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Galapagos Urlaub im Tierparadies – Ein Reisebericht – Teil 2

Galapagos – Urlaub im Tierparadies – Ein Reisebericht – Teil 2

Im ersten Teil hinterlässt uns unsere Bloggerin Julia Löwenich ihren Reisebericht über ihre Individualreise zu den Galapagosinseln Santa Cruz und Isabela.

Im zweiten Teil ihres Reiseberichts erzählt sie uns von ihren Reiseerlebnissen auf den beiden anderen bewohnten Galapagosinseln: Floreana und San Cristobal.

https://blog.natouralist.de/2025/08/24/die-galapagos-inseln-kreuzfahrt-versus-inselhopping/

Floreana Insel auf eigener Faust besuchen, ein Reisebericht

Floreana ist die bevölkerungsärmste der Galapagos Insel.

Hier leben etwa 130 Einwohner.

Floreana war Stoff für Legenden und Brutstätte von Geschichten über mysteriöse Todesfälle. Von dem Flair dieser Insel wurden unterschiedlichste Menschen angezogen – Philosophen, ebenso wie Gefangene, Segler oder Auswandererfamilien.

Auch deutsche Familien, wie beispielsweise die Wittmers, zogen hierher. Bei einem Gang durch den Ort kann man sich bei Infotafeln über die Geschichte und auch die alternativen Energien informieren, welche die Bewohner der Insel zum Teil nutzen. Durch Solarkraft produzerte Energie entspricht beispielsweise 60 Prozent des benötigten Energieverbrauchs.

Die Krone des Teufels

Heute ist die Insel eines aus vielen Gründen eines der beliebtesten touristischen Ziele. Die Flamingos  ziehen die Urlauber ebenso an, wie die Fahrt um die Corona del Diabolo mit seiner teuflischen Geschichte. Von Angesicht zu Angesicht mit Definen zu schwimmen oder die Tiere bei ihren lebensfreudigen Sprüngen im Meer zu beobachten sind weitere Highlights.

Schnorcheln mit Haien

Floreana überzeugt unter anderem durch viele exzellente Schnorchelspots.

Bei La Loberia kann man nicht nur Mantarochen, sondern auch Meeresschildkröten aus der Nähe sehen.

Farbige Fische, Weißspitzenhaie, bunte Seesterne und Seelöwen bekommt das Schnorchlerauge in Punta Comorant zu sehen.

Wer aufmerksam durch die Unterwasserwelt gleitet, der wird auch verschiedene Verhaltensweisen der Meeresbewohner beobachten können. Seelöwen, die Stöcke in der Schnauze halten oder auch Doktorfische, die oft in so großer Zahl auftauchen, dass der Schwarm unsichtbaren Unterwasserstraßen in einer langen Linie zu folgen scheint.

Vor dem Sprung in das Wasser erklärt der Guide die lokalen Besonderheiten; denn an einigen Orten muss man Abstand zum Ufer halten. Die Tauchbereiche sind klar abgegrenzt und werden mithilfe von markanten Felsen an der Küste festgelegt. Denn auf den Galapagos-Inseln muss sich jeder an strenge Regeln halten, um die Natur bestmöglich zu schützen. 

Die Piraten der Lüfte

Auf der Insel Enderby lebt einer der berühmtesten Bewohner der Inseln, der es durch seine auffälligen Farben und seine Jagdtaktik, schon oft in die Tierfilme über die Galapagos-Inseln geschafft hat – der Prachtfregattvogel.

Der rote Kehlsack steht in starkem Kontrast zu dem schwarzen Federkleid. Weil er sich darauf spezialisert hat, das Futter anderer Vögel im Flug zu stehlen, wird er auch “Pirat der Lüfte” genannt. Hier kann der Naturfreund vom Boot aus diese Tiere auch bei ihrem Balzverhalten beobachten.


San Cristobal individuell bereisen, ein Reisebericht

Puerto Baquerizo ist die Hauptstadt von Galapagos.

Viel verschlafener kann es in einer Hauptstadt wohl kaum zugehen. Trotz der vielen Boote, die hier vor Anker liegen, hat sich der Ort eine gemütliche Ruhe bewahrt.

Tauchen und schnorcheln sind nur wenige der hier möglichen Naturaktivitäten. Wer den Fuß auf den Boden von San Cristobal setzt, der muss schon aufpassen, dass er nicht über einen Seelöwen stolpert. Denn die Tiere sind fast überall: Auf dem Anlegersteg, auf den Booten, am Strand und sogar im Zentrum des Ortes.

Nur wer mit verbundenen Augen durch den Ort Puerto Baquerizo läuft, wird keinen dieser Meeresbewohner zu Gesicht bekommen.

Bei Playa Mann, Las Tijeretas, Playa Cabo de Horno oder auch beim Playa de los Marinos kann man die Tiere ebenfalls beobachten. Dort liegen Seelöwen faul in der Sonne herum und wenige Monate alte Junge warten auf ihre Mutter, die im Meer Fische jagt. Die Bullen verschaffen sich durch lautes Gebrüll Respekt.

Zwischen dem ganzen Seelöwenwirrwarr zücken Touristen begeistert Fotoapparate.

Die Seelöwen posieren vor der Kamera als seien sie eigens für die Hobbyfotografen bezahlt worden. Ein verträumter Blick auf das Meer, ein Kuss für den danebenliegenden Artgenossen und ein Durchstrecken des Körpers in einem eleganten Bogen nach hinten – Seelöwen sind geborene Fotomodelle.

Freche Seelöwen und Schnorchelspots

San Cristobal Insel bietet eine der besten Möglichkeiten mit Seelöwen zu schwimmen und sie bei ihrem Treiben zu beobachten.

Beim Playa Mann oder auch am Strand Playa des los Marinos kann man zu den Seelöwen in das Wasser steigen. Bei diesen atemberaubenden Aktivitäten sollte man jedoch vor allem den männlichen Geschöpfen gegenüber eine Vorsicht walten lassen, denn sie können auch aggressiv werden.

Leon Dormido ist einer der beliebtesten aber längst nicht der einzige Spot zum Schnorcheln. Schnorcheln lässt es sich auch bei Las Tijeretas, etwa 30 Gehminuten von dem Centro de Interpretation entfernt. Da der Weg über spitze Lavasteine führt, empfiehlt sich festes Schuhwerk.

Ein Eldorado für Wissenschaftler und eine Erklärung

Die Galapagos Inseln begeistern aber nicht nur Touristen, sondern auch die Wissenschaftler.

Der berühmteste Wissenschaftler war Charles Darwin, welcher durch die Studien der auf Galapagos lebenden Finken seine bahnbrechende und weltweit aufsehenserregende Evolutionstheorie entwickelte.

Das Centro de Interpretation auf Santa Cruz verschafft einen guten Einblick in die Geschichte der Natur und der auf Galapagos lebenden Menschen, sowie einen Überblick über natürliche Ressourcen.

Es erzählt Geschichten von Piraten, die Zuflucht auf den Inseln suchten, nachdem sie spanische Galeonen ausgeraubt hatten, von den Schwierigkeiten früher Siedler und dem mysteriösen Verschwinden der Menschen auf Floreana Island.

Ferner erklären unterschiedliche Theorien, wie verschiedene Tiere vom Festland hinübergelangen konnten denn die Inseln waren nie mit dem Kontinent verbunden.

Im Meer lebende Tiere haben starke Strömungen genutzt, salzwasserresistente Pflanzensamen sind hergespült worden. Schwer verständlich scheint jedoch, wie Schildkröten und Echsen auf die Galapagos-Inseln gelangen konnten.

Naturtouristenguide Mauritio Mieles, 23 meint hierzu:

Am wahrscheinlichsten ist es im Falle der Reptilien, dass sie auf schwimmenden Holz hierhergelangt sind. Denn Reptilien können lange ohne Nahrung auskommen.”

Im Zentrum La Galapaguera Cerro Colorado werden Schildkröten in natürlicher Umgebung gehalten, um durch Zucht die natürliche Population zu unterstützen.

Ein Besuch lohnt besonders vormittags, wenn man den beeindruckenden Tieren beim Fressen zusehen kann.

Auf einem 900 Meter langen Weg kann man Schildkröten, Vögel und Pflanzen beobachten. Das Besucherzentrum lehrt die Besucher mit interaktiven Puzzeln und Informationsschildern über die Lebensweise und Geschichte der Schildkröten. Der gepanzerte Nachwuchs wird in mit Doppeldrahtgeflechten abgedeckten Käfigen gehalten, um sie vor Räubern wie beispielsweise Katzen zu schützen.


Der Abschied vom Tierfilm zurück in die Wirklichkeit fällt schwer, denn die Galapagos-Inseln hinterlassen einen bleibenden Eindruck. Wer bei der Abreise einen Blick zurück wirft, der erhascht vielleich noch einen Blick auf einen spielenden Seelöwen oder eine schwimmende Meerechse.

Gastartikel von Julia Lövenich

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