Loango Nationalpark - Gabon

Möchtest Du den Loango Nationalpark in Gabun besuchen? Dann bist du hier genau richtig.

Wir laden Dich ein, diesen Artikel über den Loango Nationalpark zu lesen, einen der entlegensten Orte der Erde, an dem Du Dich ein ein völlig unberührte Natur eintauchen kannst.

Die Stimme des Dschungels ruft: Wenn Du einen abenteuerlustigen Geist besitzst, lade ich Dich ein, ihm zu folgen.


Vorwort: Wo ist der Loango Nationalpark

Der Loango Nationalpark liegt an der Atlantikküste Gabuns, etwa 250 Kilometer südlich von der gabunischen Hauptstadt Libreville entfernt.

Gabun ist eines der am wenigsten bekannten touristischen Ziele in Afrika: Nur 15.000 Besucher im Jahr werden durchschnittlich gezählt.

Einerseits verwunderlich, denn seine Wälder, die rund 87% des Staatsgebiets ausmachen, sind für ihren einzigartigen Reichtum an verschiedenen Pflanzen bekannt, und bedrohte oder in Afrika kaum noch vorkommende Tierarten findet man hier noch zahlreich vor.

Iguela Lagune Gabun Wildlife Camps
Wild und ursprünglich, das ist Loango – Bild von Gabun Wildlife Camps

Andererseits erklärt sich der geringe Bekanntheitsgrad wohl dadurch, dass man bislang dem Tourismus in Gabun keine große Bedeutung zumaß, er trug nur zu 3% zum Bruttoinlandsprodukt bei, wobei es sich darüber hinaus weitgehend um Geschäftstourismus handelte.


Loango Nationalpark: Geografie, Geschichte und Bedeutung

Einer der beeindruckendsten Nationalparks des Landes ist der Loango.

Dieser 1550 km² große Nationalpark, der sich über 100 km an der Küste zwischen den Lagunen Iguéla und Ndogo., erstreckt, liegt an der Atlantikküste, rund 250 km südlich von Libreville.

Im September 2002 der inzwischen verstorbene Staatspräsident Omar Bongo Ondimba kündigte auf dem Gipfel in Johannesburg an, 10% seines Staatsgebiets als Nationalparks zu klassifizieren.

Andere Präsidenten aus der Region gingen gleich lautende Verpflichtungen ein, aber Bongo hat als erster und bisher einziger das Versprechen von Johannesburg eingelöst.

Die 2002 eingerichteten 13 gabunischen Nationalparks erstrecken sich über eine Gesamtfläche von fast 30.000 km² und wurden unter die Verwaltung eines Nationalparkrats gestellt, der direkt dem Präsidenten untersteht.

Der Loango Nationalpark entstand dann aus dem Zusammenschluss der Réserve du Petit Loango und Teilen der Gebiete von Iguéla und Sette Cama.

Loango ist der bekannteste aller Nationalparks Gabuns, da verschiedene internationale Medien berühmte Bilder von den „Surfing-Nilpferden“ veröffentlicht haben.

Hippo on the beach Loango Gabn Wildlife Camps
Das bekanntes Bild Loango: ein surfender Hippo – Bild von Gabon Wildlife Camps

Dieser Ruf ist wohlverdient, denn Loango ist einer der schönsten und wildesten Orte Zentralafrikas, wo man je nach Jahreszeit lohnenswerte Safaris unternehmen kann.


 

Anreise in den Loango Nationalpark: Iguela Lagune

Es gibt keine direkten oder befestigten Straßen von Libreville zum Loango-Nationalpark.

Die häufigste Anreise erfolgt mit einem Linienflug von Libreville nach Port Gentil, nördlich vom Nationalpark, von wo aus eine anstrengende vierstündige Fahrt auf ausgefahrenen Pisten, oft tief im Regenwasser, nach Iguela folgt.

Die Straße wird derzeit von einem chinesischen Unternehmen gebaut, das die Bauarbeiten aufgrund einer Meinungsverschiedenheit mit der gabunischen Regierung vorübergehend eingestellt hat. Die Straße nach Iguela ist nicht für die Öffentlichkeit zugänglich: Alle Fahrer und Fahrzeuge benötigen eine Genehmigung.

Daher muss jeder zugelassene Verkehr die Parallelstrecke und ihre Brücken nehmen. Bei Fertigstellung wird die Autobahn einen schnellen und direkten Zugang (fast) zum Herzen des Loango-Nationalparks ermöglichen.

Von Iguela setzt man die Fahrt über eine schreckliche Piste bis zum Ndola Camp fort, dem wichtigsten Camp von Loango. Tiefe Pfützen und Löcher säumen den Weg und fordern dem Fahrer alles ab, um die Fähigkeiten des Allradfahrzeugs voll auszuschöpfen.

Bild von Gabon Wildlife Camps
Bild von Gabon Wildlife Camps

Anreise in den Loango Nationalpark: Sette Cama

Südlich des Nationalparks Loango liegt die Stadt Gamba, eine Enklave von entscheidender Bedeutung für den Ölkonzern Shell, der in der Region nach Öl bohrt.

Der Zugang zu Gamba erfolgt mit dem eigenen Kleinflugzeug von Shell.

Shell hat hier eine Forschungsstation eingerichtet, die man kurz besichtigen kann, bevor man mit dem Motorboot eine Stunde lang in das kleine Dorf Sette Cama am Südrand des Nationalparks aufbricht.

Man fährt durch eine atemberaubende Landschaft, wo Regenwald, Mangroven und Lagunen hier vom Atlantischen Ozean flankiert werden.

Das Dörfchen Sette Cama liegt am Rande der Ndougou-Lagune, der Strand ist nur zehn Minuten Fußweg entfernt.

African Waters Fishing - Sette Cama Lodge
African Waters Fishhing – Sette Cama Lodge

Hier gibt’s ein nettes, malerisch am Wasser gelegenes Hotel und eine saubere, ordentliche aber bescheidene Herberge für weniger zahlungskräftige Besucher.

Verwaltet wird sie von der Dorfgemeinschaft, die Gewinne fließen in die Dorfkasse und werden verwendet zur Verbesserung der Erziehung und der Gesundheitslage im Dorf, und auch Benzin wird davon gekauft, um Passagiere und Lebensmittel mit dem Boot von und nach Gamba zu transportieren.

Das ist die Alternative für weniger zahlungskräftige Gäste, um den Loango Nationalpark zu besuchen.


Aktivitäten im Loango Nationalpark

Bootsafari im Loango Nationalpark - Gabon Wildlife Camps
Bootsafari im Loango Nationalpark – Gabon Wildlife Camps

Touristische Aktivitäten werden in Loango zahlreich geboten.

Spaziergänge durch Wald, Savanne und am Strand entlang, Tierbeobachtungen (Elefanten, Büffel, Antilopen) und mit ein bisschen Glück Gorillas und Schimpansen), wobei ganz besonders die nächtlichen „Krokodiltouren“ interessant sind.

Diese netten Erdbewohner ruhen sich nämlich nach Anbruch der Dunkelheit in den Mangroven aus und lassen sich dabei durch neugierige Blicke nicht stören.

Tagsüber kann man auch das traditionelle Dorf besichtigen, wo allerlei Handwerkliches hergestellt wird, oder auf die Felder gehen und zugucken, wie der Palmenwein produziert wird.

Die schwimmenden Elefanten von Loango

Elefant im Loango Nationalpark - Gabun Wildlife Camps
Bild von Gabun Wildlife Camps

Loango hat eine über 100 Kilometer lange unbewohnte Küste.

Hier kann man zu bestimmten Zeiten Elefanten am Strand spazieren sehen, Flusspferde baden im Meer, nur ihre Ohren gucken oft aus dem Wasser, vor der Küste tummeln sich im Sommer Schwertwale, Meeresschildkröten legen hier ihre Eier ab, und das Ballett der meterhoch aus dem Wasser springen Buckelwale ist ein Schauspiel, das man sich nicht entgehen lassen sollte.

Gorillatrekking im Loango Nationalpark

Irgendwann wird es in Gabun so sein wie in Uganda, sagt Ghislain, unser Mann in Libreville voraus.

Ghislain arbeitet seit einem Jahrzehnt als Naturguide im Loango-Nationalpark in Gabun und hat auf seinen vielen Expeditionen bereits zahlreiche Kamerafilmteams aus der ganzen Welt begleitet, welche die Geheimnisse der letzten großen komplett intakten Wildnis Afrikas entlocken wollen.

Das Land am Atlantik ist für Forscher fast komplett unentdecktes Neuland.

Trotz der stattlichen 11 % der gesamten Landesfläche, die unter Naturschutz gestellt sind, hat die Regierung kein Interesse, das riesige Potenzial des Landes nicht mal annähernd auszuschöpfen.

Das Straßennetz, wo Touristen fahren können, ist minimal ausgebaut. Die wenigen Lodges welche angesichts der sehr mageren Gästezahlen um ihre Existenz kämpfen müssen, sind sündhaft teuer.

Dennoch zeigt sich Ghislain zuversichtlich über eine positive Entwicklung.

Das so genannte Loango Gorilla Project hat bereits eine erste Gruppe von Flachlandgorillas erfolgreich habituiert. Ziel ist es nicht nur, diese Art besser zu erforschen und zu verstehen, sondern auch Touristen zu Loango und Gabun zu locken.

Die Untersuchung der an Menschen gewöhnten Gruppe liefert weiterhin wertvolle Informationen über das Verhalten und die Ökologie dieser scheuen Tiere.

Gorilletrekking im Loango Nationalpark - Gabun Wildlife Camps
Bild von Gabun Wildlife Camps

Gleichzeitig wird der Rest der Population mithilfe von Kamerafallen und genetischen Analysen von Kotproben untersucht, um wichtige Daten über die Nutzung des Lebensraums und die Bewegungsmuster zu sammeln.

Mit den zahlenden Gästen aus dem Ausland, die Flachlandgorillas sehen wollen, werden auch die Straßen und die Lodges kommen“, sagt Ghislain.

Momentan müssen sich diese internationalen Gäste aber auf expeditionsartige Reisen einlassen, wenn sie die Flachlandgorillas von Gabun sehen wollen.

Ein Gorillatrekking im Loango-Nationalpark ist ein einzigartiges Erlebnis.

Touristenbesuche in Loango sind auf eine Gruppe von 4 Personen pro Tag beschränkt. Man muss jederzeit einen Mindestabstand von 7 m zwischen den Gorillas und den Menschen ein. Diese Regeln sollen den Einfluss des Menschen auf die Gorillas minimieren.

Die Gorillas bewegen sich auf unvorhersehbare Weise durch den Wald, daher kann es mehrere Stunden dauern, bis man sie findet. Beim Trekking müssen kleine Bäche und Sümpfe überquert werden, sodass Du damit rechnen sollst, nass und schlammig zu werden. Eine gute körperliche Kondition ist für die Teilnahme am Gorillatrekking erforderlich.


Wo übernachten im Loango Nationalpark

Der Loango Nationalpark ist abgelegen und es gibt nur eine Handvoll Camps im Inneren des Parks.

Die bekanntesten sind die drei Gabon Wildlife Camps Ndola, Akaka und Louri im nördlichen und mittleren Teil des Reservats.

Es handelt sich um einfache Camps im afrikanischen Stil mit festen privaten Zelten, in denen Sie unter freiem Himmel duschen, beim Rauschen des Dschungels oder der Meereswellen träumen und jeden Morgen beim Kaffeetrinken die Schönheit der Landschaft an Ihrem Zelt vorbeiziehen sehen können.

Das Ndola Camp ist das Gorilla-Camp, Ausgangspunkt für das oben beschriebene Gorillatrekking.

Die anderen beiden sind das Louri River Camp, wo Sie eines von fünf voll ausgestatteten Zelten genießen.

Auf dem Louri River Kajak fahren, im Wald wandern oder sogar die Strände nach nistenden Schildkröten absuchen können.

Und das Akaka Jungle Camp, das sich besser für die Trockenzeit zwischen Juli und September eignet. In diesem Camp werden Dschungelwanderungen und Bootssafaris angeboten, bei denen Sie alles von Elefanten und Affen bis hin zu Büffeln und Ducker sehen können, und alles dazwischen.

Das Preisniveau der Gabun Wildlife Camps ist sehr hoch, daher ist es normalerweise ratsam, einen Aufenthalt von 6 Nächten zu wählen, aufgeteilt auf zwei Camps.

Im südlichen Teil des Loango Nationalparks befindet sich die Sette Cama Lodge im Dorf Sette Cama, die vor allem Sportfischer aus Europa unterbringt. Die Anlage ist nicht luxuriös, aber das interessiert niemanden, Hauptsache sauber und funktionell.

African Waters Fishhing - Sette Cama Lodge
African Waters Fishhing – Sette Cama Lodge

Die beste Reisezeit für einen Besuch im Loango Nationalpark

Die beste Zeit für ein Gorillatrekking im Loango Nationalpark ist von Januar bis Mai, denn in dieser Zeit legen die Gorillas nicht so weiter Entfernungen zurück.

Während der Trockenzeit (Juni bis August) sind die Gorillas viel unterwegs und bewegen sich zwischen den fruchtbaren Bäumen und den Sümpfen, was den Besuch zu dieser Zeit schwierig macht.

Dies ist auch die beste Jahreszeit für das Beobachten von Elefanten und Hippos am Strand, genauso für die Beobachtung von nistenden Meereschildkröten.

Wenn Du die Buckelwale vor der Küste willst, müsst Du allerdings zwischen Juli und September kommen. Dies ist auch ein guter Zeitpunkt, um den Akaka-Dschungel im tiefen Inneren des Loango-Nationalparks zu erkunden, wo sich eine große Anzahl von Elefanten und anderer Wildtiere konzentriert.

Zusammengefasst: lohnt ein Besuch im Loango Nationalpark?

Denaturierte Tiere auf dem Präsentierteller für Touristen, das ist nicht das Konzept des Ökotourismus, wie man ihn sich in Gabun vorstellt.

Hier muss man zur rechten Jahreszeit anreisen, sich selbst einbringen, oftmals harte Wege und stundenlanges Warten in Kauf nehmen, bevor man ein Tier zu Gesicht bekommt, das dann auch nicht selten so flüchtig aus dem Blickfeld verschwindet, wie es gekommen ist.

Fotoamateure müssen da blitzschnell sein.

Wer jedoch einmal die Faszination dieser Spurensuche erlebt hat, gepaart mit hohem Respekt vor dem Tier und seiner natürlichen Umgebung, wird vielleicht nie wieder auf „Bequem-Safari“ gehen wollen…

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